Straßenzustandsbericht gibt Auskunft

Straßen in Kassel: Hoher Nachholbedarf bei Sanierung

Großprojekt: Die Goethestraße im Vorderen Westen wird komplett umgebaut. Möglich ist dies nur mithilfe von Fördergeldern. Foto: Fischer

Kassel. Der Nachholbedarf ist groß: Wie es um Kassels Straßen bestellt ist, zeigt der Zustandbericht, den die Stadt alle fünf bis sieben Jahre neu erstellt. Danach gibt es für die Straßenbauer zurzeit vor allem in Harleshausen, Kirchditmold, im Fasanenhof und im Bossental viel zu tun.

Die Straßenzustandskarte der Stadt im Internetmit einer grafischen Darstellung von Kassel

Dort wimmelt es in den Wohngebieten nur so an Straßen, die in einem erbärmlichen Zustand sind. Das lässt sich auf der zuletzt im Sommer 2011 aktualisierten Straßenzustandskarte der Stadt an den vielen lilafarbenen und roten Linien ablesen, die für eine besonders schlechte Straßenqualität stehen. Lila bedeutet: total maroder Zustand. Die Skala geht weiter über Rot (20 Prozent des Neuzustandes) bis hin zu Grün für Straßen, die rundum in Ordnung sind. Insgesamt werden sechs Zustandsstufen unterschieden.

Auch diese Zahl wirft ein Licht auf den Zustand: Vom Neuanlagevermögen des Kasseler Straßennetzes in Höhe von einer Milliarde Euro ist laut Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) ein Restnutzungswert von 400 Millionen Euro übrig geblieben. Der Investitionsbedarf bewege sich irgendwo dazwischen - bis zu einer Höhe von 600 Mio. Euro.

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Noch weniger Geld für städtische Straßen?

Die Kasseler CDU-Fraktion fordert trotz des engen finanziellen Spielraums der Stadt, Kassels Straßen rechtzeitig zu sanieren und damit weitere Schäden zu verhindern. „Wenn wir das schaffen, tun wir das auch“, sagt Nolda. Viele Straßen würden zudem im Zuge des Kanalaustauschs durch den Eigenbetrieb Kasselwasser erneuert, der in großem Umfang investiere.

Die Christdemokraten möchten dennoch, dass der Magistrat die aktuellen und mittelfristigen Investitionen in das Straßennetz auflistet und die Sanierungskosten benennt. Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität und Verkehr erhielten sie dafür eine Mehrheit. Lediglich die Grünen lehnten die Forderung als unnötige Mehrarbeit für die Verwaltung ab, die mit dem Hessentag alle Hände voll zu tun habe. Die Informationen könnten im Straßenzustandsbericht von 2006/2007 nachgelesen werden. Dort sei auch die Prioritätenliste zu finden. Karin Müller (Grüne) reagierte ungewohnt heftig: Sie attackierte den Rückzug von Bund und Land aus der Gemeindeverkehrsfinanzierung und riet der CDU, die Verantwortlichen in Wiesbaden zum Umdenken zu bewegen.

Die anderen Fraktionen schlossen sich dagegen dem CDU-Vorstoß an. „Wir wollen auch gerne wissen, wie es weitergeht“, sagte Holger Zeidler (SPD). Heinz Gunter Drubel (FDP) hielt mit Blick auf die wegfallenden Landeszuschüsse ab Ende 2019 eine Prioritätenliste ebenfalls für sinnvoll.

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