Konjunkturprogramme helfen - Sorge um Instandhaltungskosten

So viel Geld für die Schulen gab es noch nie

Kassel. Eine neue Schulmensa nach der anderen ist in den vergangenen Wochen fertig geworden. Turnhallen, die so schlecht gedämmt waren, dass sie kaum noch zu beheizen waren, sind komplett saniert und so gut wie neu.

Keine Frage: Die Konjunktur- und Sonderinvestitionsprogramme von Bund und Land haben für einen enormen Schub in der Schullandschaft von Stadt und Landkreis gesorgt.

"Wir haben einen Sprung von zehn Jahren gemacht", sagt die Leiterin des Kasseler Schulverwaltungsamtes, Gabriele Steinbach.

Sechs Millionen Euro pro Jahr stehen im Kasseler Haushalt durchschnittlich pro Jahr für die schulsanierung zur Verfügung. Durch die Programme, die für Aufträge im Handwerk und der Bauindustrie sorgen sollten, waren es auf einen Schlag 60 Millionen Euro.

Auch im Landkreis wurde und wird kräftig investiert. Bis zum Herbst 2011 müssen die Bauprojekte abgeschlossen sein. Ein Großteil des 42-Millionen-Euro-Programms ist schon geschafft.

Sowohl in der Stadt als auch im Landkreis hätten sich die Verantwortlichen gewünscht, dass die Programme über einen längeren Zeitraum gestreckt werden. Gerade kleine und mittlere Betriebe aus Industrie und Handwerk hätten an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gearbeitet.

Mit Blick auf die in diesem Jahr wieder zurückgehenden öffentlichen Aufträge habe man aber keine neuen Mitarbeiter eingestellt. "Wir sehen die Gefahr, dass das Land Hessen mit Blick auf das Konjunkturprogramm jetzt Abstriche beim Geld für den Schulbau machen wird", sagt Harald Kühlborn, der Sprecher des Landkreises.

Auch Hans-Joachim Neukäter, der Chef des Kasseler Hochbauamtes, sieht weiter Handlungsbedarf. Wenn man jetzt versuche, bei der Daueraufgabe Instandhaltung und Sanierung zu sparen, führe das zu einem Investitionsstau und hohen Folgekosten.

Von Thomas Siemon

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