In Bebauungsplan für Campus ist von Schließung die Rede - Uni: „Missverständnis“

Viel Lärm um das K  19

Sorge um das studentische Kulturzentrum: Asta-Vorsitzender Sebastian Weise-Kusche (rechts) und Kulturreferent Florian Tennstedt vor dem K 19 an der Moritzstraße. In Unterlagen für den Stadtentwicklungsausschuss war von einer Schließung die Rede. Foto: Koch

Kassel. Steht das studentische Kulturzentrum K 19 vor dem Aus? So klingt es, wenn man sich die Erläuterungen zum Bebauungsplan für den Campus Nord durchliest, die heute im Stadtentwicklungsausschuss abschließend beraten werden sollen. „Die Universität strebt keine Fortsetzung der heutigen Nutzung an“, heißt es dort. Und: „Das K 19 wird aus schallschutztechnischen Gründen an der jetzigen Stelle nicht mehr weiter betrieben werden können.“

Der Asta (Allgemeiner Studierendenausschuss) ist alarmiert. Bisher habe die Uni-Leitung stets beteuert, das K 19 erhalten zu wollen, sagt Asta-Vorsitzender Sebastian Weise-Kusche. Zudem sei dem Asta, der das Kulturzentrum an der Moritzstraße betreibt, zugesichert worden, dass die erforderlichen Arbeiten für besseren Schallschutz finanziert würden. Hintergrund ist, dass in unmittelbarer Nähe des K 19, in dem unter anderem Konzerte und Partys stattfinden, ein Studentenwohnheim gebaut wird. Damit die Bewohner nicht unter Lärm leiden müssen, habe man bereits vorgeschlagen, den Haupteingang vor der künftig neben dem Wohnheim befindlichen Gebäudeseite auf die gegenüberliegende westliche Seite zu verlegen, sagt Weise-Kusche.

Auf Anfrage der HNA bekräftigte die Hochschulleitung gestern ihre Zusage, einen Weiterbetrieb des K 19 zu ermöglichen. Die Formulierung in den Unterlagen für den Stadtentwicklungsausschuss könnten nur auf einem Missverständnis beruhen, sagte Uni-Sprecher Dr. Guido Rijkhoek. „Das K 19 ist Teil unseres städtebaulichen Konzepts für die Erweiterung des Campus Holländischer Platz.“

Die Stadt teilte mit, die Festsetzungen im Bebauungsplan ermöglichten eine Weiterführung des K 19. In den Texten werde „lediglich darauf hingewiesen, dass die immissionsschutzrechtliche Zulässigkeit des Studentenclubs gutachterlich nachzuweisen ist“. Das heißt: Der Lärmschutz muss gewährleistet sein. Die Formulierung in den Ausschussunterlagen entsprächen nicht dem aktuellen Stand, so Stadt-Sprecherin Petra Bohnenkamp.

Ein Lärmgutachten habe ergeben, dass an den künftigen Nachbargebäuden des K 19 mit Überschreitungen der Lärmrichtwerte von bis zu 15 Dezibel zu rechnen sei, sagte Uni-Sprecher Rijkhoek. Daher werde man schalldämmende Fenster und Türen und eine Schallschleuse am Eingang einbauen sowie eine feste Anlage zur Pegelbegrenzung. Die Finanzierung erfolge aus den Baumitteln der Hochschule.

Der Betrieb des K 19 wird über den Asta-Haushalt finanziert, der sich aus studentischen Beiträgen speist. 2010 hat der Asta 27 000 Euro für das K19 ausgegeben.

Von Katja Rudolph

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