GWH sieht Ursache vorwiegend im zu wenigen Lüften

Brückenhof Siedlung: Mieter beschweren sich über Schimmel in der Wohnung

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Halina-Maria Kempers-Wierzbowska

Oberzwehren. Schimmel in der Wohnung, das ist für eine Reihe von Mietern der Siedlung Brückenhof der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (GWH) ein Reizthema: Er habe ihn über dem Fenster im Schlaf- und Wohnzimmer entdeckt, sagt Peter Reiß.

Info

Schimmel-Notruf und Info für richtiges Lüften und Heizen bei der GWH: Lothar Schröder, Tel. 05 61/8 16 53 13

Die Mieterin Halina-Maria Kempers-Wierzbowska hat ihre Miete unter anderem wegen dieses Problems gemindert. Olga Galyan hat von Holger Gries, einem Sachverständigen für Innenraumschadstoffe, Proben nehmen lassen.

Stefan Bürger, Geschäftsstellenleiter der GWH in Kassel, räumt ein, dass es wegen des Schimmelproblems eine Unzufriedenheit gebe. Meldungen von 19 Mietern lägen vor. In den meisten Fällen seien die Probleme auf unzureichendes oder falsches Lüften und Heizen der Wohnung zurückzuführen. Fälle, in denen Wasser von außen eindringe, seien „äußerst selten.“ Der GWH gehören im Brückenhof nach eigenen Angaben 1430 Wohnungen.

Das sieht der Verein Solidarität (GFS) um Karl-Heinz Mruck anders. Der Verein bietet den GWH-Mietern während seiner Beratungsstunden eine Plattform für Beschwerden. Mruck sagt, die GWH schiebe den Mietern nur den Schwarzen Peter zu. Das Schimmelproblem in der Siedlung sei größer als von Bürger eingeräumt werde und berge Gesundheitsgefahren. Eine Befragung der GFS unter 265 Mietern habe 48 Schimmelfälle ergeben, sagt Mruck. Die GWH habe zwar viel Geld in die Außenanlagen der Siedlung gesteckt, sie vernachlässige aber die notwendige Sanierung der teilweise schadhaften Bausubstanz. Da stünden Gewinninteressen im Vordergrund.

Die GWH weist die Vorwürfe scharf zurück. „Wir liegen mit den Investitionen in die Wohngebäude im Brückenhof deutlich über dem bundesweiten Branchenschnitt für Siedlungen dieses Baualters“, sagt Bürger. Momentan plane man eine Fassadenrenovierung für 700 000 Euro.

Gerade die Wärmedämmungsmaßnahmen könnten aber zu den Schimmelbildungen mit beigetragen haben, weil durch die dichtere Fassade weniger Luftfeuchtigkeit nach draußen abgeführt wird. Wenn Holzfenster gegen Kunststofffenster ausgetauscht worden seien, müsse der Mieter beispielsweise verstärkt lüften, sagt Bürger.

Die GWH stelle nach der Meldung von Schimmelbefall Geräte in der betroffenen Wohnung auf, die die Luftfeuchtigkeit über mehrere Tage messen. Mit dieser Methode habe man einem Mieter nachweisen können, dass er drei Tage am Stück nicht gelüftet habe, sagt der Kasseler GWH-Leiter. Viel lüften helfe allerdings nicht immer, gibt er zu. In Einzelfällen habe man Wohnungen mit einer Innenwanddämmung nachrüsten müssen. (pdi)

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