Shisha-Bars: Nach Kohlenmonoxid-Alarm herrscht Unsicherheit

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Trend: Baris Demirdöven raucht in seiner Kasseler Shisha-Bar eine Wasserpfeife. Es gibt sie auch in Geschmacksrichtungen wie Schokolade und Red Bull. 

Kassel. Es ist ein umstrittener Trend: Die Diskussion um die Gefahren des Wasserpfeiferauchens wurde vergangene Woche durch einen Vorfall bei Darmstadt befeuert. Dort musste eine Wasserpfeifen-Gaststätte – eine sogenannte Shisha-Bar – wegen zu hoher Kohlenmonoxidwerte geschlossen werden.

Die Gäste klagten über Übelkeit, die Wirtin kam mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Weil auch in Kassel immer mehr solcher Bars öffnen – allein sechs Stück im vergangenen Jahr – stellt sich die Frage nach dem tatsächlichen Gefahrenpotenzial.

Im Fall aus Darmstadt ist nicht klar, welchen Anteil der Rauch der Wasserpfeifen an der erhöhten Kohlenmonoxidkonzentration hatte. Weil in der dortigen Gaststätte auch ein Grill betrieben wurde, geht die Polizei von einer Kombination beider Ursachen aus. „Ich habe zuvor noch nie von so einem Fall gehört“, sagt Maik Freidank, der im Kasseler Geschäft Jelly Joker Wasserpfeifen verkauft. Weil Shishas mit einem Kohlestück betrieben werden, entstehe zwar Kohlenmonoxid – die Menge sei für eine Vergiftung aber viel zu gering.

Kleiner Raum, viel Kohle

Freidank, der selbst Besitzer einer Bar war, in der auch Shishas geraucht wurden, kann sich den Vorfall in Darmstadt nur so erklären: „Vermutlich war die Bar klein und die Kohlenmenge sehr groß.“ In arabischen Ländern werde die Shisha-Kohle in offenen Öfen erhitzt, die dort aber nicht in geschlossenen Räumen betrieben würden. „Wer sich so einen Ofen aus mangelnder Erfahrung in die Bar stellt, geht ein Risiko ein.“

Baris Demirdöven, der vergangenen Sommer seine Shisha-Bar „1453 Shisha“ am Martinsplatz eröffnet hat, kann sich den Unfall in Darmstadt ebenfalls nicht erklären. Wenn ein paar Regeln beachtet würden, gebe es kein Risiko, sagt Demirdöven. Eine gute Durchlüftung gehöre dazu. Auch die Qualität der Kohle spiele eine Rolle. In schnellzündender Kohle steckten Zusatzstoffe, von denen manche Kopfschmerzen bekämen. Die von ihm eingesetzte Naturkohle, wie Bambus- oder Kokoskohle, sei verträglicher und habe keinen Eigengeschmack.

Kreislaufprobleme

Auch bei der Pfeife gebe es Unterschiede. Billige Pfeifenschläuche rosteten von innen und den Rost atme der Raucher ein. Beim Rauchen sei zudem darauf zu achten, nicht pausenlos am Mundstück zu ziehen – das gebe Kreislaufprobleme.

„Wasserpfeife rauchen heißt relaxen“, sagt Demirdöven. Dafür bietet der Barchef seinen Tabak in Geschmacksrichtungen von Erdbeere über Kokos, Red Bull bis Schokolade an. Pfeifen gibt es von acht bis zehn Euro. Weil seine Gaststätte eine reine Shisha-Bar ohne Nichtraucherbereich ist, ist der Zutritt erst ab 18 Jahren erlaubt. Weitere Artikel

Von Bastian Ludwig

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