Mit Lehrmeister Ole Nydahl

Viel Reis und bunte Kissen: 3500 Buddhisten campen in den Messehallen

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In der großen Meditationshalle (Gompa): Hier wird gemeinsam meditiert und den Vorträgen von Lama Ole Nydahl gelauscht. Im Vordergrund sitzen Rosemarie und Daniel Heess aus Österreich.

Kassel. Zum fünften Mal findet über Ostern der Diamantweg-Kurs mit Lehrmeister Lama Ole Nydahl und 3500 seiner Schüler in Kassel statt.

Dicht an dicht liegen die bunten Decken auf den Holzplatten in der Kasseler Messehalle. Dazwischen runde Kissen, die die Sitzpositionen bei den Meditationen bequemer machen. Bunte Reiskörner verstreut zwischen Rucksäcken und Kinderwagen.

Maria Sande sitzt im Schneidersitz auf einer der Decken. Über ihre Beine hat die 35-Jährige, die vor vier Jahren nach Oslo ausgewandert ist, ein silberglänzendes Tuch ausgebreitet, in der Hand hält sie eine goldene Mandalascheibe, die ein bisschen aussieht wie eine kleine Trommel. Aus ihrer Hand lässt die gebürtige Krefelderin bunten Reis immer wieder auf die runde, goldene Fläche rieseln. Es klackert leise, wenn die Körner auf der Metallplatte auftreffen. In der Hand hält sie dabei noch eine Mala, die buddistische Gebetskette. 108 Perlen sind auf der Schnur aufgefädelt. Marias Kette ist aus gläsernen pinken Perlen, es gibt aber ganz unterschiedliche Mala, je nach Geschmack.

Aus Oslo angereist: Maria Sande bei einer Meditation.

Die Hand führt sie an der Kette entlang, dabei spricht sie ein Mantra für jede Perle. „Im normalen Alltag ist es immer unterschiedlich, wie viel Zeit ich zum Meditieren finde“, sagt Sande. Wichtig sei aber ein Ort, um zur Ruhe zu finden. Rosemarie und Daniel Heess sind zum fünften Mal beim Camp in Kassel. „Wir kommen jedes Jahr, das ist ein Familientreffen“, sagen sie.

„Für unsere Kinder kommt der Osterhase nur in Kassel“, erzählen Franka und Christoph Teufel lächelnd. Die Familie aus Innsbruck reist seit vielen Jahren zum Ostercamp. Die Kinder kennen es deshalb nicht anders. Das Osterfest ist für sie unmittelbar mit dem Besuch in der documenta-Stadt verbunden. Livia (7) und der vierjährige Leif haben sich deshalb schon am Donnerstag im Gepäckzelt auf die Suche nach Ostereiern gemacht. Die Teufels sind mit zwei Zelten angereist, eins für das Gepäck und das andere zum Schlafen.

Die meisten der Teilnehmer sind am Karfreitag angereist und bleiben bis zum Ostermontag. Die Messehallen sind dafür von den Veranstaltern in einen großen Indoor-Campingplatz verwandelt worden. „Draußen zu Schlafen ist in dieser Jahreszeit noch so unsicher“, sagt Pressesprecherin Simone Evers. Währenddessen herrscht reges Treiben in den Hallen. Gerade sind noch viele beim Frühstück, bevor das Programm mit Ole Nydahl und anderen Lehrern beginnt.

3500 Buddhisten in den Kasseler Messehallen

In Zahlen 

Der Buddhismus ist die viertgrößte Religion der Erde. Der Deutschlandkurs an Ostern in Kassel ist für viele Buddhisten in Deutschland ein fester Termin. Wir haben die wichtigsten Zahlen zum Camp.

6 Tage dauert das Camp in den Kasseler Messehallen.

50 Mannschaftszelte, in denen jeweils zwölf Personen Platz finden, sind in den Messehallen aufgebaut worden. Dazu gibt es noch viele kleinere Zelte.

90 Jahre – so alt ist laut Sprecherin Simone Evers der ältest Teilnehmer des Kurses.

3500 Besucher werden an den sechs Tagen in den Messehallen erwartet.

11.000 Kilometer Luftlinie beträgt die Entfernung zwischen Kassel und Montevideo der Hauptstadt Uruguays. Aus diesem Land stammt einer der Teilnehmer mit der weitesten Anreise.

22.000 Quadratmeter Fläche stehen für das Camp an den Ostertagen in den Kasseler Messehallen zur Verfügung. In Eigenregie entsteht eine kleine Stadt mit Essensausgaben und Schlafbereichen. Jeder kann sich für verschiedene Arbeiten melden, um mit anzupacken.

30.000 Brötchen sind für die sechstägige Veranstaltung bestellt worden. (kme)

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