Alle vier Ortsbeiräte begrüßen Startschuss für Entwicklungskonzept

Viele Baustellen im Osten

Jürgen

Kassel. Ortsvorsteher Enrico Schäfer (SPD) ärgern die Gewerbe-Brachflächen zwischen seinem Stadtteil Bettenhausen und der Unterneustadt. Seine Kollegin Brigitte Ledderhose (SPD) aus dem Forstfeld klagt über ein fehlendes Stadtteilzentrum und eine karge Gaststättenlandschaft. Joachim Schleißing (Grüne), Vorsteher in der Unterneustadt und Joachim Bonn (SPD), sein Kollege aus Waldau, beschweren sich wie viele andere über den hohen Lärmpegel in ihren Stadtteilen.

Das sind nur einige der Baustellen, die die Stadt mit einem städtebaulichen Entwicklungskonzept für den Kasseler Osten in den nächsten 15 Jahren in Angriff nehmen will. Der Startschuss fiel nun während einer gemeinsamen Sitzung der vier betroffenen Ortsbeiräte in der Grundschule Waldau.

Dort präsentierten das Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz sowie die beauftragten Planungsbüros den Zeitplan und die Marschrichtung des Konzepts. Einstimmig votierten die vier Gremien für die Planung.

50 000 Euro haben die Stadtverordneten als Anschub für das Projekt bewilligt. Er rechne damit, dass man mit wenig Geld auskommen müsse, sagte Michael Bergholter vom Planungsbüro ANP. Da seien „mehr Intelligenz als Beton“ und kleine Maßnahmen mit großer Wirkung gefragt, um die östlichen Stadtteile aufzuwerten. Dabei komme alles auf den Prüfstand. Die Stärken des Kasseler Ostens müssten herausgearbeitet werden.

An Reizthemen herrscht dabei wohl kein Mangel, beispielsweise in der Bildungslandschaft: Jürgen Fischer, stellvertretender Leiter der Eichendorff-Schule in Bettenhausen, sagte, die Stadt Kassel habe sich jahrelang nicht um die Schule gekümmert, nicht ausreichend investiert. Man stehe vor dem Aus, wenn die Anmeldezahlen nicht besser würden. Schüler wanderten unter anderem nach Waldau ab.

Den Vorwurf wies Jürgen Blutte, Grünen-Stadtverordneter aus Waldau, scharf zurück. Man müsse weg von „Kirchturmpolitik“, meinte Ortsvorsteher Schäfer. Ein Besucher aus dem Forstfeld mahnte die Ortsbeiräte, bei der Planung an einem Strang zu ziehen, „Animositäten“ seien fehl am Platz. Es lohne sich, die Stadtteile zu stärken. „Im Kasseler Osten kann man gut wohnen. Aber er hat ein Imageproblem“, sagte er. (pdi) Fotos:  Dilling

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