Andrang im Kulturbahnhof: 1000 Jugendliche informierten sich über Ausbildungswege

Kasseler Nacht der Ausbildung: Viele Berufsziele im Visier

Kassel. Großhandelskaufmann, Krankenpfleger, Busfahrer oder doch lieber Mechatroniker: Der Ausbildungsmarkt kommt Jugendlichen, die über ihren Weg in die Arbeitswelt unentschlossen sind, oft wie ein Dschungel vor.

Doch für diejenigen, die schon gute Vorstellungen von ihren Talenten haben, war die fünfte Kasseler Nacht der Ausbildung gestern im Kulturbahnhof eine Schatzgrube. Schätzungsweise mehr als 1000 junge Leute informierten sich bei den neun Unternehmen aus erster Hand über Ausbildungschancen und Duales Studium: Ihre Gesprächspartner waren selbst Azubis, die vor Kurzem noch die Schulbank gedrückt haben.

Nico Pawelka von der Ahnatal-Schule Vellmar lötete unter Anleitung des Elektroniker-Azubis Tobias Gans am Stand des Solarspezialisten SMA die Kontakte für eine Mini-Taschenlampe zusammen. „Ich werde auf jeden Fall etwas Handwerkliches machen“, sagt der 14-jährige Nico. Ein Praktikum in diesem Bereich habe er schon absolviert. Es sei wichtig, dass Schüler ein Gefühl dafür bekommen, ob sie mit den Anforderungen des Berufs klarkommen, sagt Gans.

Gegenüber, bei der Gesundheit Nordhessen (GNH), legten Laura Umbach und Jana Umbach von der Eichendorff-Schule eine Kanüle und zapfen einer Arm-Attrappe „Blut“ ab. Sie fühlen sich im Plan bestätigt, Krankenschwester oder OP-Assistentin zu werden. Am Stand des Mercedes-Achsenwerks schraubte Vanessa Fischer von der Herderschule einen Druckluftmotor zusammen. Sie werde aber lieber etwas mit Medien oder Informatik machen, sagt die 19-Jährige. Mercedes-Azubi Hannah Timmermann (19) kennt viele Mädchen, die vor der Technik zurückschrecken. Diese Ausbildung sei aber auch für Frauen nur zu empfehlen, sagt sie.

Mit der Resonanz zufrieden

Alle Unternehmen waren mit der Resonanz der Jugendlichen zufrieden. Da der Besuch der Ausbildungsbörse freiwillig sei, kämen überwiegend Schüler, die echtes Interesse an Informationen und Kontakten haben, sagten Katja Schmidt und Stefanie Neumann von der Kaufunger Firma Hackländer. Lehrstellen dort seien begehrt. Auf fünf Stellen kämen bis zu 250 Bewerber. Auch die Medizintechnik-Firma B. Braun Melsungen habe keine Probleme geeignete Azubis zu finden, sagt deren Lehrling Daniel Wills. Die B.-Braun-Azubis sorgten mit dem Gesellenstück einer Popcorn-Maschine für einen der Spaßfaktoren der Ausbildungsnacht.

Lehrlinge des Verkehrsunternehmens KVV warben für die Busfahrerausbildung, die Helwig Schmidt GmbH um Fachinformatiker-Lehrlinge, die zugleich – über die Berufsfachakademie – studieren können. Die HNA war übrigens zum ersten Mal mit von der Partie: Die Medienfachmann-Azubis Fabian Ringleb und Corinna Drews waren vom großen Interesse begeistert. Einer der Jugendlichen habe sogar gleich eine Bewerbung abgegeben. (pdi)

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