Deutsch-Israelische Gesellschaft verzeichnet Mitglieder-Höchststand - Botschafter beim Empfang

So viele Freunde Israels wie nie zuvor

Im Gespräch: (von links) Dr. Harald Kindermann, Deutscher Botschafter in Israel, Claudia Korenke, Vizepräsidentin der DIG, Manfred Oelsen, Vorsitzender der DIG Arbeitsgemeinschaft Kassel, und Johannes Sczepan, Geschäftsführender Gesellschafter der Plansecur. Foto: Schoelzchen

Kassel. Viele Vereine und Organisationen klagen über Mitgliederschwund. Bei der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) sieht das anders aus: 161 Mitglieder hat die Kasseler Arbeitsgemeinschaft der bundesweit agierenden Organisation seit der vergangenen Woche - „so viele wie nie zuvor“, sagte der Vorsitzende Manfred Oelsen beim Neujahrsempfang in den Räumen des Finanzdienstleisters Plansecur.

So war die Stimmung auch gut beim Treffen unter der weiß-blauen Fahne mit dem sechszackigen Stern, obwohl viele Mitglieder enge freundschaftliche Beziehungen nach Israel pflegen und von dort nicht nur gute Nachrichten hören. Claudia Korenke, die Vizepräsidentin der DIG, forderte die Gäste des Empfangs auf, sich für das Land einzusetzen: „Israel braucht viele Freunde. Es ist die einzige Demokratie, mit der wir es im Nahen Osten zu tun haben.“

Hauptredner war Dr. Harald Kindermann, der Deutsche Botschafter in Israel. Es sei wichtig, „dass Menschen beieinander sind“, sagte Kindermann und lobte das Engagement der Kasseler Arbeitsgruppe für eine Holzwerkstatt in Israel, in der behinderte Menschen arbeiten.

Er beobachte in Deutschland zwei unterschiedliche Diskussionen, berichtete der Botschafter: Beim Blick auf das Verhältnis zwischen Deutschland und dem Judentum seien alle der Meinung, dass man nicht vergessen dürfe, was zwischen 1933 und 1945 geschehen sei. Die Debatte über das deutsch-israelische Verhältnis verlaufe hingegen sehr kontrovers: „Wir dürfen aber nicht vergessen, dass die Gründung Israels die Antwort auf die Shoah ist“, sagte Kindermann, also auf den Völkermord an Millionen Juden unter dem NS-Regime.

Kindermann forderte, bei Urteilen über Israel „ein faires Maß“ anzulegen: „Wir leben in Deutschland in einer Situation des Friedens und können uns nicht vorstellen, wie es ist, unter einer massiven Bedrohung zu leben“, sagte er. Sein Plädoyer für den jüdischen Staat machte allerdings nicht an den Sperranlagen Halt: „Wir dürfen Israel und die Palästinenser nicht allein lassen. Aus unserer Nähe zu Israel darf man keine Antipathie gegenüber den Palästinensern schließen.“ (hai)

Ein Interview mit Harald Kindermann lesen Sie in den nächsten Tagen im Politikteil.

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