Trotz Regen

Viele Gartenfreunde besuchten Pflanzenbörse im Botanischen Garten

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Baumscheibe mit Guckloch: Klaus Harbusch und Daniel Emmeluth vom Gartenamt präsentierten während der Pflanzenbörse am gestrigen Sonntag Dekoratives.

Der Morgen kalt und verregnet, der Nachmittag trocken und streckenweise sonnig: Die traditionelle Pflanzenbörse nahm am Sonntag doch noch ein gutes Ende.

Für eine gute Außenveranstaltung braucht es drei Dinge: Wetter, Wetter und nochmals Wetter. Davon hatten die Standbetreiber und Besucher der traditionellen Pflanzenbörse im Botanischen Garten der Stadt am Sonntag zwar genug, aber gutes war zumindest bis zum frühen Nachmittag nicht dabei. Immer wieder fing es an zu regnen, und so verwunderte es kaum, dass längst nicht so viele Menschen kamen wie in den Vorjahren. Aber echte Gartenfreunde kann schlechtes Wetter kaum erschüttern.

Martina Härtl vom gleichnamigen Niedensteiner Gartenbaubetrieb erinnert sich an einen Markt, bei dem sie sogar eingeschneit ist. „Dagegen ist das doch gar nichts“, sagte sie trotzig. Sie hat sich auf winterharte Orchideen, Sakai-Arrangements, also Bonsais auf Steinen, und alpine Pflanzen spezialisiert und betreibt nach eigenen Angaben das größte Alpinum in Nordhessen, eine Sammlung von Pflanzen, wie sie sonst nur in den Pyrenäen, Alpen und Rocky Mountains vorkommen.

Nicht minder selten: Pascal Kulms Carnivoren, winterharte Fleischfresser, also Moor- pflanzen. Nach seinen Erfahrungen sind Herbstbörsen auch bei schönem Wetter nicht gut fürs Geschäft. Nach Kassel ist der Bielefelder trotzdem gefahren, weil er hier zwei Stammkunden beliefert hat. Sein ganzer Stolz: eine 15 Jahre alte, etwa ein Meter große Sarracenia Leucophylla – ein ganz besonderes Prachtexemplar der Insektenfresser.

Georg Liebermann aus Schauenburg-Martinhagen hat derweil eine blassgelbe und eine rote Margerite erworben. „Weil man jetzt sieht, wie sie im nächsten Jahr blühen“, verrät er.

Die Freundinnen und jungen Mütter Michelle Guthardt und Patricia Reckling aus Kassel haben sich Orchideen und Kürbisse gekauft. Die medizinballgroße Frucht haben sie bei Sandra Leidheiser aus Gudensberg erworben, die Zierkürbisse in allen Größen und Formen im eigenen Garten zieht. Karin und Rudolf Müller aus Vellmar hielten es da eher mit Gräsern und Kräutern, die sie gestern noch in die Erde ihres großen Gartens bringen wollten. „Pflanzen kann man nicht genug haben“, sagte die Hobbygärtnerin, die vor allem wegen der Raritäten zur Pflanzenbörse kommt.

Kakteen, andere Sukkulenten (wasserspeichernde Pflanzen) und Bonsais sind die Spezialitäten von Jürgen Sandkötter aus Rheine, der diese Gewächse hobbymäßig und im Nebenerwerb züchtet. Dass die Geschäfte am Sonntag nicht optimal liefen, lässt ihn kalt. „Es kommen auch wieder andere Märkte“, sagte er.

Auch für Eisverkäuferin Luciana Montirosso lief es nicht besonders. Bei dem nasskalten Wetter war den meisten eher nach Glühwein zumute. Aber sie tröstet sich mit einem tollen Geschäft zur documenta, als sie und Gatte Pietro Vincente das selbst gemachte Eis vorm Staatstheater anboten.

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