Regionale Betriebe auf Expo in Kassel

Veranstalter präsentieren ihre Ideen für den Neustart

Zusammenkommen in neuer Location: (von links) Gastgeber in der UK 14, Moritz Sauer, Gastronom Rainer Holzhauer mit Anke Müller und Oliver Höppner von Kassel Marketing an einem Tisch.
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Zusammenkommen in neuer Location: (von links) Gastgeber in der UK 14, Moritz Sauer, Gastronom Rainer Holzhauer mit Anke Müller und Oliver Höppner von Kassel Marketing an einem Tisch.

Die regionale Messe- und Veranstalterbranche freut sich, bald wieder loslegen zu dürfen. Auf Einladung von Kassel Marketing kamen Unternehmen zu einer Expo zusammen, die sonst oft in Konkurrenz stehen.

Kassel – „Wir versuchen, das Vertrauen wieder zu gewinnen“, sagt Anke Müller vom Kassel Convention Network, einer Initiative von Kassel Marketing. Denn während der Corona-Pandemie lag vieles am Boden, der Neustart läuft langsam an. „Auch das nächste Jahr wird ein Übergangsjahr“, ergänzt Müllers Kollege Oliver Höppner. Beide arbeiten daran, Stadt und Region attraktiv zu machen – für Firmen, Kongresse und Messen. Dafür haben sie Vertreter von Hotellerie, Gastronomie und Veranstaltungsbranche zusammengebracht.

„Tagen in Kassel – aber sicher“ ist auf einem Schild zu lesen. Corona ist selbstverständlich auch hier omnipräsent – genauso wie die Ideen, die notgedrungen entstanden sind. In den aufwendig sanierten Räumlichkeiten der UK14, mitten in der Kasseler Innenstadt, werden die Konzepte der Aussteller auf fast 1000 Quadratmetern präsentiert. Früher wurde hier mit Obst- und Gemüse gehandelt, auch die documenta war hier schon zu Gast. Altbewährtes, modern interpretiert, aber auch neue Trends sind zu sehen.

Da wäre beispielsweise das Essen aus kleinen Gläsern, was besonders coronakonform ist. Fingerfood sei längst nicht mehr auf Häppchen beschränkt, erklärt Rainer Holzhauer, der sein Restaurant Grischäfer samt Cateringservice präsentiert und auch mit seinem Hotel Renthof vertreten ist. „Mit solchen Gläsern sind die Leute schneller versorgt – und es stecken ganze Gerichte drin“, sagt er.

Für die regionale Branche sei B2B, also das Werben um Geschäftskunden, von großer Bedeutung, erklärt Höppner. Mit vielen außergewöhnlichen Locations und Hotels sei die Region gut aufgestellt. Auch die Zahlen unterstreichen diese Wichtigkeit: Rund 80 Euro lasse ein Tagungsteilnehmer pro Tag in der Stadt, Übernachtungskosten sind dabei nicht eingerechnet. Hinzu komme das breite Angebot an Kultur und Natur.

Das macht sich auch Eventmanager Thomas Lenz zunutze. Er konzipiert Rahmenprogramme für Veranstaltungen. Derzeit natürlich am liebsten draußen, damit sich alle sicher fühlen. „Fürs Teambuilding ist es unglaublich wichtig, dass sich die Kollegen wieder in der Realität treffen können“, sagt er. Das sieht auch Steffi Schürmann so. Die Beraterin und Co-Geschäftsführerin des Kasseler Coworking Space Neue Denkerei ist sich sicher: „Die Leute werden auch nach Corona weiter bewusst und aktiv zusammenkommen – nicht nur für Geschäftsmeetings.“

Die Orte, an denen sich Unternehmen und ihre Mitarbeiter auch außerhalb ihrer eigenen Büros treffen können, gibt es in Kassel genug: Die Spanne reicht von reinen Veranstaltungsorten aller Größen bis hin zu vielen Hotels, die für Geschäftskunden maßgeschneiderte Angebote haben. Zur Ausstattung dieser Örtlichkeiten gehören mittlerweile auch Luftreiniger, deren verschiedene Ausführungen sich für unterschiedliche Raumgrößen eignen, berichtet Christian Schaeling von der Firma FAC Events & Verleih.

Sorgen für die richtige Umgebung: (von links) Messebauer Gregor Schäfer, Julia Heimeier und Steffi Schürmann von der Neuen Denkerei sowie Eventmanager Christian Schaeling – im Vordergrund ein Luftreiniger.

„Ob Hotels oder andere Veranstaltungsorte: Alle haben richtig aufgerüstet, was digitale Technologien angeht“, sagt Oliver Höppner. Liveübertragungen von Veranstaltungen seien normalisiert und würden auch nach Corona erhalten bleiben. „Dazu gehören natürlich Breitbandinternet und Wlan-Netzwerke in allen Räumen.“

Beispiele für Digitalisierung in Hotels präsentieren das Hotel Gude aus Kassel und die Kette H-Hotels aus Bad Arolsen, die dreimal in Nordhessen vertreten ist. In den Häusern der Kette haben während Corona Check-in-Automaten Einzug gehalten, um Kontakte zwischen Gästen und Personal zu minimieren. Die persönlichen Daten werden vorab von den Kunden übermittelt, der Automat spuckt dann nach Eingabe der Buchungsnummer die Zimmerkarte aus.

Im Hotel Gude und weiteren Kasseler Hotels werden für Workshops und Tagungen sogenannte „WeFrames“ angeboten – die Esstisch-großen Monitore erinnern an leistungsstarke Tablet-Computer, die alles kombinieren, was gebraucht wird: Flipcharts, Beamer, Webcams – all das steckt in einem Gerät und macht Workshops, virtuell und in Präsenz, einfacher.

Doch nicht nur die Branche hat sich angepasst: „Die Leute haben mehr Verständnis für Schlangen, meine Mitarbeiter müssen immer weniger diskutieren“, sagt Ernesto Plantera, der mit der Sicherheitsfirma Protex viele Veranstaltungen betreut. (Von Gregory Dauber)

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