Überlastung hiesiger Impfstellen – Erlass soll Abhilfe schaffen

Viele Impflinge aus Umland kommen nach Kassel

Lange Schlange am Dienstag: Wegen der hohen Nachfrage im City-Point sucht die Stadt Kassel nach neuen Räumen für ein weiteres Impfzentrum.
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Lange Schlange: Wer sich derzeit im City-Point impfen lassen will, muss mitunter lange Wartezeiten einkalkulieren.

Die Stadt Kassel will das Tempo bei den Impfungen gegen Corona weiter erhöhen.

Kassel - Nachdem am Montag eine zweite Impfstelle im Erdgeschoss des Jugendamts eröffnet hat und Anfang nächste Woche eine weitere am Lyceumsplatz öffnen soll, hat Oberbürgermeister Christian Geselle angekündigt, zwei weitere Impfangebote Anfang Dezember im Kasseler Norden und Süden zu schaffen. Darüber hinaus werde darüber nachgedacht, eine weitere Impfstelle im Osten der Stadt anzubieten.

Damit will die Stadt der aktuellen Lage Herr werden: Derzeit bilden sich jeden Tag lange Schlangen bei den Impfstellen in Stadt und Kreis Kassel. Das hat auch damit zu tun, dass es im Umland kaum Impfangebote gibt – wie zum Beispiel im Schwalm-Eder-Kreis. So kamen laut Geselle 27 Prozent derer, die sich im Oktober im City-Point und Impfbus der Stadt Kassel haben impfen lassen, nicht aus Kassel selbst. Kreissprecher Harald Kühlborn sagt, dass mittlerweile sogar ein Drittel der Impflinge in der Impfstelle Calden nicht aus Stadt oder Kreis Kassel sei. Das Angebot in Calden würden auch viele Menschen aus dem Schwalm-Eder-Kreis und dem Kreis Waldeck-Frankenberg nutzen.

Kühlborn hofft, dass ein Erlass des Sozialministeriums von Montag nun Abhilfe schafft. Demnach soll neben der Ärzteschaft auch der Öffentliche Gesundheitsdienst der Gebietskörperschaften seine Impfaktivitäten in dem Maße steigern, dass jede Woche 2,5 Prozent der eigenen Bevölkerung geimpft werden können – im Kreis Kassel läge die Zahl bei 6000, in der Stadt bei knapp über 5000. Für Kühlborn ist dringend erforderlich, dass nun auch andere Kreise und Städte gezwungen werden, Impfangebote einzurichten: „Sonst würden wir es nicht mehr schaffen, wenn ganz Nordhessen zu uns kommt.“

Derzeit sind Kreis und Stadt Kassel Vorreiter. So ist laut Oberbürgermeister Christian Geselle die Stadt Kassel im Vergleich zu ganz Hessen im Oktober bereits unter den Spitzenreitern gewesen. Von den 148 000 Impfungen, die es im Oktober in Hessen gab, wurden 14 500 in Kassel vorgenommen. Das sind um die zehn Prozent. Dabei macht die Einwohnerzahl Kassels nur drei Prozent an der Gesamtbevölkerung in Hessen aus.

Geselle möchte trotzdem noch mehr Impfungen anbieten. Voraussetzungen ist, genügend Mitarbeiter zu finden. (hag,use)

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