1. Startseite
  2. Kassel

Viele Kinder in der Region leben ohne gesicherte Existenz ‒ Aktion Advent hilft

Erstellt:

Von: Helga Kristina Kothe

Kommentare

Eine Mutter hält ihr Kleinkind auf dem Arm..
Einkommensarmut belastet die Zukunft von Kindern. © Patrick Pleul/dpa

Das Risiko, in Armut zu leben, ist für alleinerziehende Familien in Deutschland am höchsten. Auch in der Region Kassel. Die Aktion Advent hilft.

Kassel ‒ Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, dass 43 Prozent der Ein-Eltern-Familien als einkommensarm gelten. Bei den Paarfamilien mit einem Kind sind es hingegen nur neun Prozent. Frauen sind in besonderer Weise betroffen: 88 Prozent der Alleinerziehenden sind Mütter.

Das höhere Armutsrisiko alleinerziehender Familien sei dabei nicht auf mangelnde Erwerbstätigkeit zurückzuführen. Alleinerziehende Mütter gingen häufiger einer Beschäftigung nach als andere und arbeiteten öfter in Vollzeit. „Trotzdem reicht das Einkommen häufig nicht aus. Arm trotz Arbeit -– damit darf sich unsere Gesellschaft nicht abfinden“, sagt Stiftungsvorstand Jörg Dräger. Das Armutsrisiko alleinerziehender Eltern sei die größte Belastung für die Zukunftsperspektiven ihrer Kinder.

Nach Drägers Einschätzung haben alleinerziehende Familien die Folgen der Pandemie in besonderer Weise zu spüren bekommen. Sie arbeiteten häufig im Niedriglohnbereich oder in systemrelevanten Berufen und lebten in beengten Wohnungen. Durch geschlossene Schulen, Kitas und Vereine fehlten den Eltern Entlastungsangebote in der Betreuung und den Kindern die sozialen Kontakte: „Die Corona-Auswirkungen setzen Alleinerziehende nochmals höheren Belastungen aus und bringen sie an die Grenzen ihrer Gesundheit.“

Umso wichtiger ist es, sie zu unterstützen. Die Aktion Advent hilft etwa, wenn das Geld für Kleidung, Lernutensilien, Spielsachen oder Kindermöbel nicht reicht.

Mit einer Spende helfen wir Corinna K. Im Augenblick steht ihr dreijähriger Sohn im Mittelpunkt, den sie liebevoll betreut. Sobald er in eine Kita kommt, möchte die junge Frau sich zur Alltagsbegleiterin ausbilden lassen. Sie sagt, mit Senioren zu arbeiten, sei eine wichtige Aufgabe, sie wolle Ältere in ihrem Alltag unterstützen. Um noch bessere Perspektiven zu haben, möchte sie den Führerschein erwerben und später, wenn der Junge größer ist, eine Ausbildung zur Altenpflegerin absolvieren.

die Aktion Advent hilft auch Marta C., alleinerziehende Mutter von acht Kindern. Die 49-Jährige ist auf der Suche nach Arbeit, engagiert sich ehrenamtlich als Dolmetscherin und lernt mit ihren Kindern für die Schule. Dafür nutzt sie ein altes Smartphone. Geld für ein neues Modell, das das Lernen erleichtert, ist nicht übrig.

Gerade in Zeiten des Homeschoolings war sie stark belastet: Sie ist erschöpft und leidet unter Migräne. Sie hofft auf die Bewilligung einer Kur, um Kraft zu schöpfen. Sie möchte endlich arbeiten, um ihre Lebenssituation verbessern zu können. (Helga Kristina Kothe)

Auch interessant

Kommentare