Sechs von zehn hessischen Schülern klagen über schwere Bücher

Viele Kinder schleppen 10 Kilo schwere Schulranzen

Kassel. Sechs von zehn Schulkindern in Hessen klagen über schwere Schultaschen. Das hat eine Elternumfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der Techniker-Krankenkasse (TK) ergeben. Befragt wurden 1000 Eltern, in deren Haushalt ein Kind zwischen sechs und 18 Jahren lebt.

Die Umfrage zeigt auch: Nur bei etwa jedem zehnten Schulkind prüft ein Elternteil regelmäßig das Gewicht des Schulranzens. Nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung sollte das Ranzengewicht nicht mehr als 15 Prozent des Körpergewichtes betragen.

Das ist bei den meisten Schülern weiterführender Schulen nicht der Fall. „Ranzen mit einem Packgewicht von bis zu zehn Kilogramm sind heute keine Ausnahme“, sagt Alexandra Schätzle von der TK.

Zu Beginn jedes Schuljahrs trudeln sie nach und nach ein - bis sie für manche Kinder zu einem gewichtigen Problem geworden sind: Schulbücher. Bei Marlon (10), der in Kassel eine 5. Klasse der Heinrich-Schütz-Schule besucht, wiegen allein die Bücher für das aktuelle Schuljahr 5,7 Kilogramm. Das ist gut ein Fünftel seines Körpergewichts.

Schwere und voluminöse Schulranzen sind nicht selten auch ein Risiko im Straßenverkehr, denn die Kinder büßen ihre Wendigkeit ein. In Einzelfällen kann das Gewicht zu Rückenschmerzen führen. Ein akutes Gesundheitsrisiko sieht Dr. Gerhard Bleckmann aus Baunatal, Obmann der Kinder- und Jugendärzte in Nordhessen, aber nicht. Problematischer sei eine grundsätzliche körperliche Unterforderung der Kinder und Jugendlichen. Mehr Sport könne Abhilfe schaffen. Er empfiehlt eine ergonomische Schultasche, die auf dem Rücken getragen wird.

Uwe Josuttis, der Vorsitzende des Kasseler Stadtelternbeirats, wünscht sich, dass Schulbuchverlage leichtere Schulmaterialien entwickeln.

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