Arbeitsagentur Kassel appelliert an Jugendliche, sich zu informieren – Alternative zu Schule und Studium

Viele Lehrstellen sind noch frei

kassel. Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Kassel, zu dem neben Stadt und Kreis Kassel auch der Werra-Meißner-Kreis zählt, bleibt robust. Die Quote sank gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,1 Punkte auf 7,1 Prozent. Jedoch verlief die Entwicklung regional unterschiedlich. Während sie in der Stadt Kassel unter die Zehn-Prozent-Marke sank und im Kreis bei 5,1 Prozent verharrte, stiegen die Quoten in Wolfhagen und Hofgeismar leicht auf 4,8 (Vorjahr: 4,7) beziehungsweise 6,1 (5,9) Prozent.

Gleichzeitig ist die Zahl der offenen Stellen gestiegen, und zwar um 76 auf aktuell 2317, was erneut belegt, dass von Arbeitgebern Qualifikationen nachgefragt werden, die unter den 19 623 Erwerbslosen nicht zu finden sind. Erfreulich ist, dass die Zahl der 15- bis 25-jährigen Arbeitslosen tendenziell sinkt. 1981 sind es derzeit, 125 weniger als noch im Mai vergangenen Jahres. Grund für den Rückgang ist nach Beobachtungen der Arbeitsagentur, dass Betriebe Auslerner angesichts der demografischen Entwicklung häufiger übernehmen als in der Vergangenheit.

Aber wo Licht ist, ist auch Schatten: Seit Jahren steigt die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die zwölf Monate und länger ohne Job sind. Aktuell sind es 7576 – 601 mehr als im Mai 2013. Zu ihnen zählen Bundesagentur und Jobcenter sowohl die Bezieher von Arbeitslosengeld als auch die von Hartz IV.

Und da geht die Schere signifikant auseinander. Während die Zahl der Arbeitslosengeld-Bezieher mit 627 sogar leicht rückläufig ist, stieg die der Hartz-IV-Betroffenen, also der Sozialhilfe-Empfänger, stark auf 6949 an. Ein Grund dafür ist laut Agentur vor allem auch der anhaltende Zuzug von Rumänen und Bulgaren, die Anspruch auf Sozialleistungen haben.

Für junge Menschen hat der Arbeitsmarkt aber gute Nachrichten parat. 1500 freie Lehrstellen sind derzeit gemeldet. „Über alle Bereiche, darunter auch in neuen, teilweise noch unbekannten Berufen“, wie Agentursprecherin Silke Sennhenn betont. Sie appelliert an alle jungen Menschen, über eine Berufsausbildung als Alternative zu weiterem Schulbesuch und Studium nachzudenken. Interessierte Jugendliche melden sich unter der Hotline 0800/455 500 oder unter kassel.berufsberatung@arbeitsagentur.de

Von José Pinto

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