Teilnehmer eines Kurses erheben Vorwürfe – Landgericht reagiert nach Fall

Masken nicht konsequent getragen: Viele Rechtsreferendare nach Schulung plötzlich krank 

Maskenpflicht im Unterricht?
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Wurden in der Schulung nicht immer getragen: Masken

Angehende Juristen müssen zur Vorbereitung auf ihr zweites Staatsexamen einige Lehrgänge durchlaufen. In einem Kurs von Rechtsreferendaren, der seit Montag in Kassel läuft, tauchten am gestrigen Donnerstag ungewöhnlich viele Krankheitsfälle auf: Von gut 20 Teilnehmern hat sich die Hälfte krank gemeldet. Einige Teilnehmer erheben nun Vorwürfe gegen die Veranstalter.

Wiederholt seien keine Masken im Unterricht getragen worden. Ein Teilnehmer hatte zudem Kontakt zu einem Corona-Kranken, wie am Donnerstagabend bekannt wurde.

Der zweiwöchige Kurs, um den es geht, fand bisher in einem Raum in der Adventskirche statt. Diesen hat das Landgericht Kassel angemietet, weil es selbst nicht genügend ausreichend große Kursräume hat. Wie der HNA bekannt wurde, gab es von Anfang an Beschwerden von Kursteilnehmern, weil die geltende Maskenpflicht und das Abstandsgebot von einigen Teilnehmern wie Referenten nicht konsequent eingehalten worden seien. Dies sei unter den aktuellen Umständen unverantwortlich.

Zudem hätten sich das Landgericht und die Rechtsanwaltskammer Kassel im Vorfeld nicht darauf eingelassen, den Lehrgang online anzubieten – wie es in anderen Städten praktiziert werde. Der Kurs ist Voraussetzung für die Referendare, um ein Praktikum bei einer Rechtsanwaltskanzlei absolvieren zu können. Die erkrankten Teilnehmer, so wird berichtet, würden sich nun Corona-Tests unterziehen.

Auf HNA-Anfrage räumt der Sprecher des Landgerichtes, Christian Springmann, ein, dass es einen „ungewöhnlich hohen Krankenstand“ in dem Kurs gebe. Ob dieser mit Corona in Verbindung stehe, sei noch nicht klar. Allerdings habe ein Teilnehmer gestern Abend mitgeteilt, dass er Kontakt zu einem Corona-Kranken hatte.

In Rücksprache mit der Rechtsanwaltskammer, die die Referenten stellt, teilt der Landgerichtssprecher mit, dass die Maskenpflicht zumindest seit Mittwoch eingehalten worden sei. In dem Anwaltslehrgang seien aber an den Tagen davor offenbar nicht immer Masken getragen worden. Die Tische stünden aber in einem ausreichenden Abstand. Der Wunsch der Teilnehmer, den Kurs online anzubieten, sei zwar vorab diskutiert worden, so der Gerichtssprecher. „Es gibt aber sowohl teilnehmerseitig als auch ausbilderseitig durchaus andere Stimmen, die den Präsenzunterricht, ähnlich wie den Präsenzunterricht der Schülerinnen und Schüler, unter Einhaltung der Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Hygiene für das Mittel der Wahl halten.“

Nachdem ihm gegen Abend ein Referendar mitgeteilt habe, dass er intensiven Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatte, werde der Präsenzunterricht aber bis auf Weiteres ausgesetzt und wohl doch online angeboten, so der Gerichtssprecher. (Bastian Ludwig)

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