Sportler wehren sich gegen Gesetzentwurf der Umweltministerin

Viele Waldwege sind für Radler demnächst tabu

Kassel. Ein Gesetzentwurf des hessischen Umweltministeriums sorgt in diesen Tagen bei vielen Radsportlern für Unverständnis. Sie fürchten, durch die Neuregelung des Waldrechts aus weiten Teilen der hessischen Wälder verbannt zu werden.

Nach der Gesetzesnovelle dürfen Radfahrer nur befestigte Wege nutzen, die breit genug sind, um sie mit einem Auto zu befahren. Schmale Waldwege wären damit tabu.

Als Leidtragende sehen sich vor allem die Mountainbiker, die der Natur mit ihren geländegängigen Rädern besonders nah sein wollen. Deshalb hat der Verein Deutsche Initiative Mountainbike (Dimb) eine Petition im Internet angeregt, die die Gesetzesänderung verhindern soll. Etwa 27.000 virtuelle Unterschriften hat der Verein bereits gesammelt, mehr als 11.000 davon aus Hessen.

„Der Wald soll auch den Radfahrern als Erholungsgebiet erhalten bleiben“, sagt Dimb-Mitglied Alois Lorscheider-Brinkmann, der in der Mountainbike-Abteilung des TSV Heiligenrode aktiv ist. Er ruft Fußgänger und Radfahrer zur gegenseitigen Rücksichtnahme auf, dann sei die Sicherheit gewährleistet. Zudem fordere ein Regelwerk der Initiative die Mountainbiker ohnehin auf, nicht abseits der Wege zu fahren und Rücksicht zu nehmen.

Laut Theodor Arend vom Forstamt Wolfhagen, das auch für den Habichtswald zuständig ist, gibt es mit den Mountainbikern kaum Probleme. „Das Verhältnis ist entspannt, da sich fast alle an die Regeln des Dimb-Vereins halten“, sagt Arend. Probleme verursache eine Minderheit, die abseits der Wege durch den Wald rase: „Das ist illegal.“

Die hessische Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) verteidigt den Gesetzentwurf. „Wir wollen den Leuten die Möglichkeit geben, ihre Sportart auszuüben, das ist ausdrücklich Ziel des Gesetzentwurfes. Dabei müssen aber unterschiedliche Interessen der Waldnutzer abgewogen werden.“

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