Einige Bakterien auch für Menschen bedenklich

Viele Waschbären in Kassel haben teils ansteckende Krankheiten

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Kassel. Kassel gilt als Stadt der Waschbären. Bei den Bewohnern sind die Wildtiere oft nicht beliebt, weil sie mitunter Schäden anrichten. Zudem sind viele Tiere krank.

Das ergaben aktuelle Untersuchungen.

Auch in Kassel sind vor allem Waschbären offenbar wieder mehr von Staupe-Infektionen betroffen. Das bestätigen Untersuchungen an Tieren, die in der Stadt durch ihr Verhalten auffielen oder tot aufgefunden wurden. Über die Hälfte (52 Prozent) der von Januar bis September untersuchten Wildtiere, meist Waschbären, hatten sich mit dem Staupe-Virus infiziert. Dieses ist auch für Hunde gefährlich.

„Es sollte jedem Hundebesitzer klar sein, dass man gegen Staupe impfen muss“, sagt Dr. Heiko Purkl, Leiter der Abteilung Tierseuchenbekämpfung bei der Stadt Kassel. Leider habe sich aber eine gewisse Impfmüdigkeit bei den Hundehaltern eingestellt. Doch in Kasseler Gärten, Parks und Grünflächen seien gerade Waschbären weit verbreitet.

Bei den Untersuchungen von auffälligen oder toten Tieren gemäß einem Erlass des Hessischen Verbraucherministeriums stießen die Veterinäre aber auch auf andere Krankheitserreger. Bei jedem sechsten untersuchten Tier sei Leptospirose festgestellt worden. Purkl: „Das ist eine beachtliche Zahl.“

Die durch Bakterien verursachte Infektion, an der die betroffenen Tiere vermutlich starben, spiele vor allem bei Wildtieren und Schweinen, aber auch bei Hunden eine Rolle. Diese Bakterien könnten - anders als Staupe-Infektionen - unter Umständen auch für den Menschen gefährlich werden, erläutert Purkl. Umso wichtiger sei es, dass Hunde mit neueren Impfstoffen, die drei bis vier verschiedene Leptospirose-Subtypen abdecken, geimpft sind.

Unter den rund 30 untersuchten Wildtieren seien nur wenige Füchse gewesen, deren Bestand in der Stadt durch Fuchsräude deutlich zurückgegangen sei. Bei einem Fuchs wurde zudem ein Fuchsbandwurm festgestellt, der auch für Menschen eine Gefahr darstellt. Ein Grund mehr, vor allem Waldfrüchte vor dem Verzehr gründlich zu waschen, rät der Fachmann.

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