Turnier startet

So verfolgt Kassel die EM: Viele Wirte beim Thema Public Viewing zurückhaltend

Bei ihnen kann man alle Spiele der EM im „Bitburger Bierhaus“ an der Friedrich-Ebert-Straße gucken: Mona Khosravani (links) und Fabian Luft freuen sich auf ihre Gäste.
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Bei ihnen kann man alle Spiele der EM im „Bitburger Bierhaus“ an der Friedrich-Ebert-Straße gucken: Mona Khosravani (links) und Fabian Luft freuen sich auf ihre Gäste.

Heute beginnt die Fußball-Europameisterschaft. Public Viewing auf Plätzen wird es aber wegen Corona nicht geben. Wer Fußball in Kneipen gucken will, muss sich an klare Regeln halten.

Kassel – Er gibt sich offensiv: Kostas Vick, Chef des „Düsseldorfer Hofs“ in Wehlheiden ist bester Stimmung. Ab heute will er in seiner Gaststätte die Spiele der Fußball-Europameisterschaft zeigen. Drinnen darf er das. „Das ist doch ein Lebenszeichen, dass es wieder losgeht“, sagt Vick. Er gibt sich optimistisch. „Deutschland wird Europameister. Bei so vielen Bayern-Spielern in der Nationalmannschaft muss das doch klappen.“ Am liebsten hätte Vick die Spiele auch in seinem neu angelegten Biergarten gezeigt. Das ist allerdings nicht erlaubt.

Trotz rückläufiger Inzidenzwerte gilt, wenn auch modifiziert und gelockert, weiterhin die Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung des Landes Hessen, so Stadtsprecher Michael Schwab. Demnach seien Veranstaltungen wie ein Public Viewing auf öffentlichen Flächen in Kassel nicht möglich. Da die Einhaltung von Hygieneregeln und Mindestabständen nicht sichergestellt werden könnten, würden auf Außenflächen keine öffentlichen Übertragungen der Spiele geduldet. Auch nicht in Biergärten.

Public Viewing zur EM in Kassel: Nur im Innenbereich von Gaststätten erlaubt

Im Innenbereich von Gaststätten dürfen allerdings Übertragungen unter Einhaltung und Beachtung der inzidenzabhängigen Regeln stattfinden. Der Einlass ist aber nur mit negativem Coronatest, der Einhaltung eines Mindestabstands sowie der Erfassung von Name, Anschrift und Telefonnummer der Gäste erlaubt, so Schwab. Übertragungen in Innenräumen von Kneipen dürften aber nicht dazu führen, dass sich im Außenbereich vor Gaststätten Menschenansammlungen bilden. Zuletzt hatte sich der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki zu Wort gemeldet und gefordert, dass Public Viewing zur EM erlaubt wird.

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Public Viewing zur EM: In Joe‘s Garage nur mit Reservierung

Um „keine Aufläufe zu provozieren“, gibt man sich auch bei „Joe’s Garage“ an der Friedrich-Ebert-Straße in diesem Jahr sehr defensiv. „Wir haben keine Fußball-Deko und machen keine Werbung für die Spiele“, sagt Chef Dirk van der Werf. Zudem wisse man noch gar nicht, ob man überhaupt alle Spiele in der Garage zeigen werde. Die Spiele der deutschen Nationalmannschaft würden natürlich übertragen. Zutritt bekämen hier aber nur Stammgäste, die im Vorfeld reservierten.

Public Viewing in Kassel: EM-Spiele schauen im „Uhrtürmchen“ und „Bitburger Bierhaus“

Auch im „Uhrtürmchen“ in Harleshausen, wo es bislang bei Turnieren immer Sonderaktionen gab, gibt man sich bei der EM zurückhaltender. „Wir müssen zusehen, dass unser Geschäft wieder anläuft. Da passt die EM gerade gar nicht rein“, sagt Chef Matthias Schelzig. Allerdings würden die Fernseher im „Uhrtürmchen“ angeschaltet, wenn die Spiele liefen. Die Gäste könnten natürlich die Begegnungen bis zum Schluss anschauen. Dafür würde man das Lokal auch länger als bis 22.30 Uhr geöffnet lassen.

Mona Khosravani und Fabian Luft, die Betreiber des „Bitburger Bierhaus“ an der Friedrich-Ebert-Straße, wollen alle Spiele in ihrem Lokal zeigen. Damit die Fußballfans sich nicht auf die Pelle rücken und die Abstandsregeln einhalten, wollen die Gastronomen neben der Leinwand noch mehrere TV-Geräte in ihrem Lokal aufstellen. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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