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Viele wollen die Spar-Card des NVV - 380 Bestellungen für neues Angebot mit 50 Prozent Ermäßigung

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Von: Thomas Siemon

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Rabatt im öffentlichen Nahverkehr: Bei Einzelfahrten mit der Regiotram kann sich die Spar-Card des NVV schnell lohnen. Das
Rabatt im öffentlichen Nahverkehr: Bei Einzelfahrten mit der Regiotram kann sich die Spar-Card des NVV schnell lohnen. Das © entstand an der Haltestelle Friedrichsplatz. Foto: Thomas Siemon

Nach nur wenigen Tagen im neuen Jahr haben bereits 380 Kunden die zum 1. Januar eingeführte NVV-Spar-Card bestellt. Mit der reduziert sich der Preis für ein Einzelticket um die Hälfte.

Kassel – Seit dem Jahresbeginn ist der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) mit einer sogenannten Spar-Card am Start. Das Prinzip ist ähnlich wie bei der Bahncard 50. Man zahlt eine Art Grundgebühr – im konkreten Fall sind es neun Euro im Monat – und fährt dann im öffentlichen Nahverkehr zum halben Preis. Das Angebot richtet sich an alle, für die sich eine Monatskarte nicht lohnt, die aber gelegentlich mit Bus und Bahn unterwegs sind. Davon scheint es einige zu geben.

Der NVV hat das neue Angebot kurz vor Weihnachten veröffentlicht. Seitdem habe es bereits 380 Bestellungen gegeben, so der Verkehrsverbund auf Nachfrage. „Aus unserer Sicht ist das ein sehr guter Start, wir sind mehr als zufrieden“, sagt eine NVV-Sprecherin.

Das Interesse an der NVV-Spar-Card ist demnach sowohl in der Stadt Kassel als auch in der Region relativ gleichmäßig vorhanden. Insbesondere für Berufspendler kann sich der Rabatt recht schnell lohnen. Wer nicht täglich zur Arbeit muss und ansonsten im Homeoffice arbeitet, kann das Angebot flexibel nutzen. Das gilt auch für Teilzeitkräfte, die sich nicht über einen längeren Zeitraum festlegen wollen. Die Spar-Card lohnt sich zum Beispiel auf der Strecke zwischen Kassel und Melsungen bereits ab der dritten Fahrt. Ähnlich sieht es bei anderen Verbindungen der Tarifzone 5 zum Beispiel nach Hofgeismar aus. Wer die Spar-Card nutzen will, muss ein sechsmonatiges Abo abschließen und kann dann mit jedem Einzelticket 50 Prozent sparen. Auf längeren Strecken lohnt sich das früher, im Kasseler Stadtgebiet muss man schon auf sieben Fahrten pro Monat kommen.

Die meisten Bestellungen für die Spar-Card erfolgten nach Angaben des NVV online, es habe aber auch Nachfragen in den Kundenzentren gegeben.

Fast zeitgleich zur Einführung der Spar-Card hat die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) Einschränkungen im Fahrplan vorgenommen. Gestrichen wurden unter anderem Fahrten auf den Straßenbahnlinien 2, 5 und 7 sowie auf mehreren Buslinien. Das Verkehrsunternehmen begründet das in erster Linie mit einem hohen Krankenstand. Mit einem angepassten Fahrplan wolle man darauf reagieren. Es gibt aber auch Kritiker, die strukturelle Probleme sehen. So hatte der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Kassel bereits im Sommer von einer katastrophal hohen Ausfallquote gesprochen. Die hänge nicht nur mit dem hohen Krankenstand zusammen. Der Personalmangel ist aus Sicht des VCD auch auf Sparvorgaben der Kasseler Kommunalpolitik zurückzuführen.

Bislang hat die KVG noch keine Angaben dazu gemacht, wie lange die Einschränkungen auf ihren Linien gelten werden.

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