Kauf des historischen Gasthauses in Helsa – Verein muss 900 000 Euro aufbringen

Viele wollen „König“ retten

Paul

Helsa. Die marode, leer stehende Gaststätte und der Saal des „König von Preußen“, denkmalgeschütztes Wahrzeichen von Helsa, liegen vielen Bürgern offensichtlich am Herzen: Mehr als 200 von ihnen kamen am Mittwochabend zur Gründungsfeier des Vereins Denkmalpflege Helsa in den sanierungsbedürftigen Saal. Am Ende hatten 35 Besucher eine Beitrittserklärung unterschrieben.

Der Verein, der sich unter anderem den Erwerb und die Erhaltung von Gasthaus und Saal auf die Fahnen geschrieben hat, hat nun bereits 80 Mitglieder.

Der Vorsitzende Jürgen Scholz erläuterte den Besuchern das Konzept des Vereins. Das Erdgeschoss der Gaststätte und der Saal sollen in einer ersten Bauphase mit viel Eigenleistung umgebaut und saniert werden.

Der Verein will für die Gastronomie einen Pächter finden, der gutbürgerliche Küche anbietet. Es sei geplant, Ende 2015 oder 2016 Einweihung zu feiern.

Die Arbeiten könnten nächstes Jahr, nach der Helsaer Fahrradbörse, beginnen. Als Scholz den veranschlagten Investitionsbedarf von 900 000 Euro nannte, ging allerdings ein Raunen durch den Saal.

Einen erheblichen Anteil dieser Summe sollen Kasseler Bank und Kasseler Sparkasse mit einem Kredit beisteuern. Da würden nächste Woche die entscheidenden Gespräche geführt, sagte Scholz.

Eine Grundlage für den Kredit bilden die Mietzahlungen der Gemeinde Helsa von 2000 Euro pro Monat für den Saal, der weiter als zentraler Versammlungs- und Veranstaltungsort von den Helsaern genutzt werden soll.

Die Gemeindevertreter haben – unter Beteiligung aller Fraktionen – schon grünes Licht für den auf 15 Jahre angelegten Mietvertrag gegeben.

Daneben erhofft sich der Verein einen erheblichen, sechsstelligen Zuschuss aus der Dorferneuerung. Dazu seien schon positive Vorgespräche geführt worden, berichtete Scholz.

Außerdem will der Verein Spenden einwerben und weitere Sponsoren finden. Man habe eine Offensive im weltweiten Netz gestartet, berichtete Scholz. Dort ist der Verein mit einem eigenen Auftritt vertreten, auch auf der sozialen Plattform Facebook ist er zu finden.

Besucher äußerten sich positiv zu der Initiative des Vereins. Timo Schröder und Paul Engel lobten den Mut der Mitglieder, ein Risiko zu übernehmen, um den Saal zu retten. Engel regte allerdings an, den Gastronomiebereich wieder zu verkaufen. Denn ein Gastwirt, dem das Objekt gehöre, werde sich stärker für den wirtschaftlichen Erfolg engagieren. (pdi)

Informationen und Vereinsbeitritt im Internet: www.koenigvonpreussen.de, der Mitgliedsbeitrag kostet 25 Euro pro Jahr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.