Hauskauf wird ab Januar 2013 teurer - Interessenten machen Tempo bei Verträgen

Viele wollen Steuern sparen

Hauskauf wird teurer: 2013 steigt die Grunderwerbssteuer von 3,5 auf fünf Prozent. Viele Kaufinteressenten wollen deshalb möglichst noch in diesem Jahr zum Abschluss kommen. Archivfoto:  Heick/nh

kassel. Der Anstieg der Grunderwerbssteuer im nächsten Jahr hat den Kasseler Immobilienmarkt weiter angefacht: Wer ein Haus oder eine Eigentumswohnung kaufen will, möchte das Geschäft noch in diesem Jahr abschließen, sagt Siegfried Putz, Sprecher der nordhessischen Sektion des Immobilienverbandes Deutschland (IVD).

Noch werden 3,5 Prozent des Kaufpreises fällig. Ab 1. Januar 2013 steigt die Grunderwerbssteuer, die auch bei Grundstückskäufen erhoben wird, auf fünf Prozent. Für ein 300 000 Euro teures Haus zum Beispiel müssen dann 15 000 statt 10 500 Euro gezahlt werden. Diese Mehrausgabe wollen die Immobilienkäufer möglichst vermeiden.

Doch die Zeit könnte knapp werden. „Es ist höchste Eile geboten“, sagt Putz. Schließlich müsse der Kaufvertrag noch in diesem Jahr unterzeichnet und notariell beglaubigt werden, um in den Genuss des niedrigeren Steuersatzes zu kommen. Bei Eigentumswohnungen sei häufig die Zustimmung des Verwalters nötig, damit der Vertrag rechtswirksam werde. Wenn diese oder andere Dokumente fehlten, verschiebe sich der Kauf schnell ins nächste Jahr.

„Die Notare haben sehr viel zu tun“, sagt der Kasseler Immobilienmakler. Wer erst jetzt auf die Suche gehe, für den sei es wohl zu spät.

Viel Arbeit für Notare

Dass die Notare alle Hände voll zu tun haben, bestätigt Wolf Nottelmann, Präsident der Notarkammer Kassel. „Wir merken in der Tat: Es wird etwas gedrängt“, sagt er. Die Mandanten erwarteten, dass die Kaufverträge noch in diesem Jahr beurkundet würden. Dazu müsse unter anderem auch die Genehmigung des Verkäufers vorliegen. Die Unterschrift eines Vertreters, der den Verkauf zum Beispiel im Auftrag eines in München ansässigen Eigentümers abwickle, reiche nicht aus.

Offenbar setzen sich aber nicht alle potenziellen Käufer unter Zeitdruck. Einen Ansturm wegen der Grunderwerbssteuer könne sie nicht erkennen, sagt Claudia Lachnit von der Immobilienabteilung der Kasseler Bank. Die Immobilienberaterin macht eher die niedrigen Zinsen für die anhaltend hohe Nachfrage verantwortlich. Schließlich würden die meisten Häuser für den Eigenbedarf gekauft und das Angebot entsprechend kritisch geprüft. „Das muss passen.“ Die Grundstücksabteilung des städtischen Liegenschaftsamtes sieht ebenfalls keinen Einfluss auf die Nachfrage. Bereits geplante und aussgehandelte Grundstücksgeschäfte würden lediglich vorgezogen.

Von Ellen Schwaab

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