Zum 100. Geburtstag öffnete Schleuse erstmals für ein Fest - Alle Führungen ausgebucht

Viele wollten aufs Wehr

Viel Interesse an der Schleuse: Herbert Bunzendahl (links), Dienststellenleiter der Kasseler Schleuse, mit den Teilnehmern einer der Führungen, im Hintergrund das Wehr. Fotos: Koch

Kassel. Den Kasselern liegt ihre Schleuse am Herzen. Wer daran noch Zweifel hatte, den belehrt das erste Schleusenfest in der 100-jährigen Geschichte des Bauwerks eines Besseren.

Trotz Regenwetters waren die halbstündigen Führungen zum Wehr komplett ausgebucht. 120 Menschen ließen sich die Funktion der Schleuse und des Walzenwehrs erläutern – und die Nachfrage hätte noch für weitere Führungen gereicht.

Zum 100. Geburtstag der Schleuse hatten der Zweckverband der Kasseler Sportschifffahrt (ZKS) und das Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden eingeladen. Zum Auftakt gab es auf dem Fahrgastdampfer „Hessen“, der in der Schleuse festmachte, einen Seemannsgottesdienst – auch das hat es noch nie gegeben. Für Pfarrer Rüdiger Gild von der evangelischen Südstadtgemeinde war es eine Herzensangelegenheit, die Andacht zu halten. Er ist an der Fulda aufgewachsen und war früher bei der Marine Steuermannsmaat. An dem zwanglosen Gottesdienst, eingeläutet von der goldenen Glocke der „Hessen“, nahmen an Bord und vom Ufer aus 100 Gläubige und Schifffahrtsfreunde teil.

Anschließend ging Schleusenwart Herbert Bunzendahl mit der ersten Gästegruppe zum Wehr. Während das Fuldawasser über die große Walze strömte, erläuterte er, wie man durch Anheben oder Senken damit den Zufluss ins Unterwasser - also Richtung Weser - dosieren kann. Beeindruckt waren die Besucher auch von den tonnenschweren Zahnrädern im Maschinenhaus.

Bei Nachbarn der Schleuse, dem Angelverein Chassalla und dem Nautic-Club, wurden die Besucher mit Räucherforelle, Bratwurst und Kuchen versorgt. An den Tischen war natürlich auch die Zukunft der Schleuse ein Thema. Justus Holzapfel aus Elgershausen, selbst Bootsbesitzer und Mitglied im Yacht-Club, ist nach der Teilsanierung zuversichtlich: „Das ist solide gemacht, das hält die nächsten 100 Jahre“, sagt der Ingenieur im Ruhestand.

Im Herbst Inspektion

Katrin Urbitsch, Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamts Hann. Münden, wird im Herbst mehr wissen. Dann steht eine Bauwerksinspektion der Schleuse an. Unter anderem sollen die über 50 Jahre alten Tore trockengelegt werden. Aus der Kammer hingegen dürfe man das Wasser nicht mehr ablassen, erklärt Urbitsch, „sie wäre dann einsturzgefährdet“.

Sie und Jan Hörmann vom Kasseler Sportschifffahrtsverband haben aber auch eine gute Nachricht: Wegen der großen Resonanz überlege man, auch den 101. Schleusengeburtstag zu feiern. Und hoffentlich viele weitere.

Schleusenfest in Kassel

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