Fall Waldemar D. - Polizei konnte Todesumstände auch nach 17 Jahren nicht klären

„Vieles spricht für einen Suizid“

Kassel. Vor über 17 Jahren, am Sonntag, 11. Januar 1998, wurde die Leiche des 20-jährigen Waldemar D. im Innenhof der Kasseler Hauptpost an der Gießbergstraße entdeckt. War es ein Unfall, Suizid oder ein Verbrechen?

Nachdem vor über einem halben Jahr neue Hinweise in dem Fall aufgetaucht waren, hatte die Staatsanwaltschaft Kassel die Ermittlungen wieder aufgenommen. DNA-Spuren auf Zigarettenkippen, die im Umfeld der Leiche von Waldemar D. lagen, hatten unter anderem zur Wiederaufnahme des Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts des Totschlags geführt. Zudem sollte der Leichnam exhumiert werden. Nach der Exhumierung seien die Ermittler zu dem Ergebnis gekommen, dass Waldemar D. sich wahrscheinlich selbst getötet hat, so Polizeisprecher Torsten Werner und Dr. Enrico Weigelt, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel.

„Vieles spricht für einen Suizid, allerdings können wir ein Verbrechen auch nicht ausschließen“, so Werner. Leider hätten sich nach der Berichterstattung im Februar dieses Jahres keine weiteren Zeugen bei der Kripo gemeldet. Das hatten die Ermittler des K  11 gehofft. Von Anfang an gab der Tod des 20-jährigen Spätaussiedlers aus Russland, der in Kassel eine Sprachschule besuchte, den Ermittlern Rätsel auf. Man ging 1998 davon aus, dass der junge Mann bereits tot war, als er in den Innenhof der Hauptpost gebracht wurde. Aber wie war die Leiche dort hineingelangt? Die Rolltore der Post waren Freitagabend geschlossen worden. Die aktuelle These vom Suizid spricht gegen solch ein Geschehen.

Bei der Obduktion sei man damals zu dem Ergebnis gekommen, dass Waldemar D. Opfer eines Autounfalls geworden war und anschließend in dem Hof abgelegt wurde.

Die Exhumierung des Leichnams nach 17 Jahren habe jetzt allerdings ergeben, dass „die Unfallthese nicht zwingend“ sei, so Dr. Enrico Weigelt.

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