Großbaustellen: Herkules, Löwenburg, Wasserwege, Schloss-Fassade

Die Löwenburg im herbstlichen Farbenrausch: Die Rekonstruktion des im Krieg zerstörten Hauptturms beginnt im Frühjahr.

Kassel. Seit sechs Jahren wird der Herkules saniert. Mindestens zwei Jahre wird es noch dauern, bis die Arbeiten an Kassels Wahrzeichen abgeschlossen sind. Vorläufig zumindest.

Denn eigentlich ist jetzt schon klar, dass die Sanierung der Bauwerke im Bergpark eine Daueraufgabe ist. „Wenn über Jahrzehnte Feuchtigkeit durch undichte Fugen in das Mauerwerk dringt, sind die Schäden irgendwann einmal enorm groß“, sagt Prof. Bernd Küster, der Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK).

Am Herkules gab es in den vergangenen Jahren immer wieder unangenehme Überraschungen. Hinter einer scheinbar intakten Tuffsteinfassade verbargen sich teilweise regelrechte Stauseen und zerbröseltes Mauerwerk. 30 Millionen Euro wird die Herkules-Sanierung nach dem Stand von heute kosten.

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An der Pyramide und am Oktogon sind bereits Hunderte von Steinen ersetzt worden. Teilweise wiegen diese von Steinmetzen bearbeiteten Tuffsteine über eine Tonne.

Resteverwertung

Reichlich Tuff wird auch für die Sanierung der Löwenburg benötigt. Für die Arbeiten, zu denen auch die Rekonstruktion des im Krieg durch Bomben zerstörten Hauptturms gehört, sind 28 Millionen Euro veranschlagt. Im Frühjahr 2013 soll es losgehen. Für den Neubau des Hauptturms wird der an der Universität Kassel entwickelte künstliche Tuffstein verwendet. Der enthält neben Beton zu etwa 50 Prozent klein gebrochenen Tuffstein aus Abfallmaterial. Als Bodenbelag am Herkules und auf dem Turnierplatz neben der Löwenburg wurde dieser Stein bereits verbaut. Trotzdem bleiben an der Löwenburg noch reichlich Flächen übrig, für die Originaltuffstein in großen Mengen benötigt wird.

Weitere Großbaustellen im Bergpark sind die Wasserwege. Auch für die Sanierung der Kaskaden wird tonnenweise Tuffstein gebraucht. Das setzt sich im unteren Teil der Wasserkünste fort.

Den Abschluss bildet Schloss Wilhelmshöhe. Die Fassade des Weißensteinflügels soll in den nächsten Jahren ebenso saniert werden wie weitere Teile des historischen Gemäuers. Auch hier wurde jede Menge Tuffstein verbaut.

„Wenn wir mit der aktuellen Sanierungsrunde fertig sind, wird es keinen Stillstand geben“, sagt MHK-Direktor Küster. Er setzt sich dafür ein, im Bergpark eine Bauhütte nach dem Vorbild des Kölner Doms einzurichten. Steinmetze und andere Handwerker könnten kleinere Schäden schnell beheben. Unter dem Strich sei das günstiger als große Sanierungen in längeren Intervallen.

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