Seit einem Jahr bereichern Vierbeiner den Unterricht für Kinder mit Behinderungen an der Lückert-Schule

Vier Hunde im Klassenzimmer: Unterricht für Kinder mit Behinderungen 

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Lernpartner: Ina Kniel, Bärbel Bastubbe, Nicole Schuchard, Silke Miltner, die Klassen 1 b und 2 b mit ihren Schulhunden.

Kassel. Drei feuchte Nasen sind direkt im Bild, als die Klassen 1 b und 2 b für unser Foto posieren. Die Nasen gehören Vito, Tao-Pan und Miro, drei von vier Schulhunden an der Wilhelm-Lückert-Schule.

„Vor einem Jahr habe ich die Idee mit den Schulhunden eingebracht und bin auf großes Interesse gestoßen. Bis jetzt sind wir vier Kollegen an der Schule, die sich diesem Projekt angeschlossen haben“, sagt Bärbel Bastubbe, Klassenlehrerin der 1 b.

Besser lernen mit Hund

Die Schulhunde haben den Zweck, die Kinder im sozialen Umgang miteinander und mit Fremden zu fördern und sie beim Lernen zu unterstützen. „Der Hund übernimmt dabei eine wichtige Rolle. Die Kinder lernen ganz automatisch, wie sie sich verhalten müssen, damit es dem Hund gut geht. Viele Kinder lesen den Hunden etwas vor und bekommen feste Aufgaben. Zum Beispiel mit dem Hund spielen oder ihm Futter und Wasser hinzustellen“, erklärt Bastubbe. Für die Kinder ist diese Möglichkeit sehr wichtig, weil sie dadurch ihr Selbstvertrauen aufbauen können.

„Für unsere Kinder mit Sprachstörung ist es sehr gut, wenn sie den Hunden etwas vorlesen. Sie haben nicht den Druck, dass sie alles richtig machen müssen und entdecken, dass Vorlesen Spaß macht“, sagt Silke Miltner, Klassenlehrerin der 2 b.

Förderschule ab Klasse eins

Die Wilhelm-Lückert-Schule ist eine Förderschule für Sehbehinderte, Hörgeschädigte und eine Sprachheilschule für Kinder. Der Unterricht wird ab der ersten Klasse angeboten, für hörgeschädigte und sehbehinderte Kinder bis Klasse vier, die Sprachheilschule kann bis zur neunten Klasse besucht werden.

Besonderen Wert wird in der Schule auf das familiäre Miteinander gelegt. So werden die Eltern der Schüler direkt mit in die Organisation der Schule einbezogen und es wird darauf geachtet, dass die Klassengröße zwölf Schüler nicht überschreitet. „Wir sehen das Kind als Ganzes und wollen ihm Entwicklungsmöglichkeiten geben. Es geht uns nicht darum, die Kinder nur auf eine weiterführende Schule vorzubereiten, sondern ihnen auch im sozialen Bereich etwas mit auf den Weg zu geben“, sagt Schulleiterin Nicole Schuchard.

Diesen Eindruck vermittelt die Schule auch, wenn man die Schüler und die Lehrer miteinander erlebt. Die Schüler wirken motiviert und interessiert an dem, was in der Schule passiert, und die Lehrer überlegen sich immer neue Angebote, um den Schülern über den offiziellen Schulstoff hinaus etwas zu bieten. Insgesamt arbeiten 37 Lehrkräfte, die meisten Förderschullehrer und Sozialpädagogen, an der Schule, um den 230 Schülern beim Lesen, Hören und Sprechen zu helfen.

Von Martin Graf

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