Vier katholische Kirchengemeinden in Kassel fusionieren

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Pfarrkirche: St. Bonifatius an der Ihringshäuser Straße 3 wird Zentrale der neuen Pfarrei St. Elisabeth.

Kassel. Mit einem ersten gemeinsamen Gottesdienst haben sich vier katholische Kirchengemeinden in Kassel auf die Fusion eingestimmt. Zum 1. Januar 2016 entsteht die neue Pfarrei St. Elisabeth Kassel.

Zum 1. Januar 2016 wird aus den bisherigen Pfarreien St. Bonifatius (Wesertor), St. Elisabeth (Mitte), St. Joseph (Rothenditmold) und St. Laurentius (Philippinenhof-Warteberg) die neue Pfarrei St. Der Zusammenschluss der zum Bistum Fulda gehörenden katholischen Gemeinden ist der erste in Kassel. Zehn weitere Kirchengemeinden gibt es in der Stadt. In der St.-Bonifatius-Kirche berichtete Pfarrer Peter Bulowski über die Fusionspläne. An Ständen konnten sich die Besucher über einzelne Bereiche - etwa die Kirchenmusik - informieren.

Anlass geben die sinkenden Mitgliederzahlen. Zählten die vier Pfarreien vor zehn Jahren noch mehr als 9000 Mitglieder, wird die Elisabeth-Pfarrei als neue Einheit mit kaum mehr als 8000 starten.

Appell an die Gläubigen 

Peter Bulowski

„Wir müssen diesen Schritt gehen“, sagte Pfarrer Bulowski. Es sei immer schwerer, funktionierende Gremien zu wählen. Künftig werde es nicht mehr vier, sondern nur noch einen Verwaltungsrat und einen Pfarrgemeinderat geben. Dennoch brauche man Gläubige, die sich zur Wahl stellen, appellierte Bulowski. Im Frühjahr 2016 sollen die Räte gewählt werden. Der Bischof habe den „außerregulären Wahltermin“ im Bistum bereits genehmigt.

Bei der Fusion der Kirchengemeinden spielen auch die Finanzen eine Rolle. Der erste gemeinsame Haushalt soll im Herbst für 2016 aufgestellt werden. „Besser wird es bestimmt nicht. Die Ressourcen werden geringer werden“, meinte Bulowski.

„Die Verwaltung muss der Seelsorge dienen. Das versuchen wir gut hinzukriegen.“

Per bischöflichem Dekret wird im Herbst die Errichtung der neuen Pfarrei angeordnet. Sie wird ihr Hauptbüro und ihre Pfarrkirche in St. Bonifatius haben, Filialbüros wird es an den anderen Standorten geben. Öffnungszeiten und Arbeitsweisen müssten noch besprochen werden. Bulowski: „Die Verwaltung muss der Seelsorge dienen. Das versuchen wir gut hinzukriegen.“

Bei den gewohnten Gottesdiensten bleibt es, betonte der Pfarrer. Gleiches gelte zunächst auch für das Personal. Allerdings werde es nach einer Übergangszeit auf finanzielle und personelle Kürzungen hinauslaufen. Die Fusionspfarreien stellten ein Pilotprojekt dar, das Hilfestellung des Bistums erhalte. Womöglich würden die Ergebnisse auf das gesamte Bistum übertragen.

Gemeindeassistent Maurice Radauscher stellte den „Pilgerweg der neuen Pfarrei St. Elisabeth Kassel“ vor (siehe Hintergrund). „Wir verstehen die Pfarreifusion nicht nur als administratives Instrument und rechtlichen Akt, sondern auch als Ausgangspunkt einer geistlichen und pastoralen Erneuerung“, sagte Radauscher.

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