Neues Wohngebiet: Villen statt Mietskaserne

Kassel. Wenn die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Hessen (GWH) im Jahr 2012 auf dem Gelände der ehemaligen Feuerwehrschule baut, dürfen die Gebäude auf dem Areal neben dem Fröbel-Seminar nicht den Charakter einer Wohnanlage haben.

Dies verlangt ausdrücklich der Ortsbeirat Wehlheiden per Beschluss, den er in seiner jüngsten Sitzung fasste. Dabei hatte die CDU-Fraktion nicht mitgestimmt, da ihrer Meinung nach nicht ausreichend Zeit war, das Thema angemessen zu diskutieren.

Die von der Stadt geplanten 30 Reihenhäuser und 30 Eigentumswohnungen in Stadtvillen, die zweigeschossig gebaut und ringförmig angelegt werden sollen, müssten ins Quartier integriert und der vorhandenen Bebauung angepasst werden, fordert der Beirat. Anstelle einer Ringstraße favorisiert er daher auch eine beidseitig bebaute, neue Straße von der Sternbergstraße aus, die um die Ecke zur Ortelsburger Straße führt. Vermisst wird auch der städtebauliche Bezug zur Ortelsburger Straße. Eine der Stadtvillen wirke zum Beispiel in der Planung unverhältnismäßig groß, lautet die Kritik.

Weiter fordert der Ortsbeirat, dass im neuen Quartier Menschen aus möglichst vielen gesellschaftlichen Schichten leben sollen. Außerdem müsse das künftige Wohngebiet auch weiterhin nach Südwesten angebunden werden. Dies geschieht derzeit noch über den Trampelpfad zwischen dem am Friedhof verlaufenden Fußweg und dem Fröbelseminar an der Ortelsburger Straße.

Eine andere Forderung lautet: Spielstraße und ein Spielplatz müssten her. Mit letzterem soll zugleich ein zentraler Platz als „Ort der Begegnung“ für Jung und Alt geschaffen werden. Schließlich verlangt das Gremium, dass 16 öffentlichen Parkplätze gebaut werden und nicht abgelöst werden dürfen.

Wie soll im neuen Wohngebiet geheizt werden, lautet eine Frage an die Stadt. Per Fernwärmeanschluss oder durch Blockheizkraftwerk? Und schließlich will der Ortsbeirat noch erfahren, ob die neun Laubbäume, die in dem Baugebiet gefällt werden mussten, als Ausgleich bereits von der Stadt neu gepflanzt worden sind. (pom)

Von Sabine Oschmann

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