Durch die dicke Schneedecke finden Tiere keine Nahrung – Tipps zum Füttern

Kasseler Vogel-Expertin: „Vögel brauchen jetzt unsere Hilfe“

Sie braucht Unterstützung in der kalten Zeit: Nicht nur die Kohlmeise findet in diesen Tagen wegen der dichten Schneedecke zu wenig Nahrung.
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Sie braucht Unterstützung in der kalten Zeit: Nicht nur die Kohlmeise findet in diesen Tagen wegen der dichten Schneedecke zu wenig Nahrung.

Würmer und Samen sind für Vögel in diesen schneereichen Tagen unerreichbar. Die Kasseler Hobby-Ornithologin und Tierfotografin Anja Gieseler gibt deshalb Tipps, wie die Kasseler den Tieren über die bevorstehende harte Winterwoche helfen können.

Kassel - „Vögel brauchen jetzt unsere Hilfe, die haben im Moment richtig zu kämpfen“, sagt Gieseler.

Dass es auch den Vögeln zu kalt ist, konnte man dieser Tage auch beim Blick in den Kasseler Himmel sehen. „Die Kraniche haben kalte Füße bekommen und sind wieder Richtung Süden umgedreht. Sie waren eigentlich schon auf dem Weg nach Norden in ihre Brutreviere“, sagt Gieseler. Nun würden sie sich erst mal wieder in etwas wärmere Gefilde, etwa Richtung Frankreich, zurückziehen.

So eine Zugbewegung sei zwar nicht völlig ungewöhnlich, doch eigentlich gehe es für die Tiere darum, möglichst schnell in den Norden zu kommen. „Wer zuerst dort ist, bekommt die besten Brutplätze.“

Während aber die Kraniche mal eben ein paar Hundert Kilometer in frostfreie Regionen segeln, sieht es für andere Vogelarten schlechter aus. „Hier sind wir jetzt gefragt, mit Futter zu helfen“, so Gieseler. Dabei sollten Vogelfreunde einiges beherzigen:

Der Standort

Damit Vögel das Futter annehmen und dabei nicht in Gefahr geraten, muss der Standort richtig gewählt sein. „Ganz wichtig ist, dass das Futter nicht feucht wird – etwa durch Schneeverwehungen“, so Gieseler. Das Futterhaus müsse sauber gehalten und so aufgestellt werden, dass Katzen nicht an die Tiere kommen. „Am liebsten haben sie es, wenn etwas Deckung, eine Hecke oder Ähnliches, in der Nähe ist. Aber auch da auf die Katze achten“, so die Vogelexpertin. Sobald ein Vogel die Futterstelle entdeckt habe, kämen meist weitere nach.

Das Futter

Im Prinzip könne man jede Vogelfuttermischung aus dem Handel nehmen. „Die einen fressen lieber Sonnenblumenkerne, die anderen Haferflocken.“ Aber auch Nüsse – natürlich ungesalzen – seien geeignet. „Amseln mögen gerne Äpfel“, sagt Gieseler. Aber auch Beeren und Rosinen seien begehrt. Mindestens genauso wichtig sei es, Vögeln Wasser hinzustellen. Damit es nicht einfriert, müsse es regelmäßig ausgetauscht werden. „Aber bitte kein heißes Wasser nehmen“, so Gieseler.

Der Basteltipp

Wer Kinder habe, könne Vogelfutter auch prima selber herstellen. Dazu brauche man Kokos- oder Frittierfett und beispielsweise Sonnenblumenkerne und Haferflocken, die man mit dem Fett vermenge. Anschließend könne man die Masse mit Backförmchen ausstechen. „Dann noch mit einer heißen Nadel ein Loch hineinstechen und schon kann man das Futter am Baum aufhängen.“

Wenn Kinder und Eltern die Tiere beobachten wollen, sollten sie aber nicht zu dicht herangehen. „Mit Abstand beobachten, da die Vögel ihre Kraft im Moment brauchen und jedes Auffliegen Energie kostet“, sagt Gieseler.

Das Sorgenkind

Ganz ohne Hilfe müssen derzeit die Eisvögel auskommen. „Die haben jetzt große Probleme, weil die kleinen Gewässer, an denen sie fischen, zugefroren sind“, so Gieseler. Viele würden sicher zugrunde gehen. Mit Futter könne man den Tieren schließlich nicht helfen.

Andere Wasservögel wie beispielsweise Enten hätten weniger Schwierigkeiten mit dem Frost. Die würden auf Seen immer eine Ecke finden, die nicht zugefroren ist. Aber dies sei nicht das Revier der Eisvögel. (Bastian Ludwig)

Rat und Hilfe: Wer Vögel in seinem Garten beobachtet oder gar fotografiert hat und Fragen dazu hat, darf sich gerne an Anja Gieseler wenden. E-Mails bitte an Anja.gieseler@freenet.de

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