Bislang sechs Fälle in Nordhessen

Vogelgrippe: Für Geflügel in Kassel und Umgebung gilt weiter Stallpflicht

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Alle Vögel müssen rein: In Stadt und Kreis Kassel gilt weiter Stallpflicht für Geflügel. Unser Bild entstand in einem Geflügelhof in Baden-Württemberg. Auch dort mussten die Tiere in die Ställe geholt werden.

Kassel. Die Vogelgrippe bleibt weiterhin eine Gefahr in der Region. Das zeigt der jüngste Fall eines an dem Virus verendeten Reihers in Staufenberg (Kreis Göttingen), das in unmittelbarer Nachbarschaft zu Kassel liegt. Für Stadt und Landkreis Kassel gilt nach wie vor eine Stallpflicht für Geflügel.

Nordhessen ist bislang zwar vergleichsweise glimpflich davongekommen, doch auch in Kassel und den umliegenden Landkreisen gab es schon sechs Fälle von Vogelgrippe (siehe Hintergrund rechts). Betroffen waren bislang ausschließlich Wildvögel.

Ingo Franz

Zuletzt bestätigte sich vergangene Woche der Vogelgrippe-Verdacht am Werratalsee in Eschwege. Dort war ein toter Schwan gefunden worden, der mit dem Virus H5N8 infiziert war. Der derzeit grassierende Erreger sei hoch ansteckend, sagt Dr. Ingo Franz, Leiter des Dezernats Veterinärwesen und Verbraucherschutz am Regierungspräsidium Kassel (RP). Deshalb bestehe nach wie vor die Gefahr einer Ausbreitung in den Geflügel- und anderen Vogelbeständen der Region. Für den Menschen ist der Erreger jedoch nicht gefährlich.

Dass die Zahl der Fälle in Nordhessen bislang überschaubar geblieben ist, führt Franz auch auf die frühzeitig eingeführte Stallpflicht und entsprechende Aufklärungsarbeit bei Geflügelhaltern zurück. Bereits im November hatte das Umweltministerium landesweit die sogenannte Aufstallung aller Geflügelbestände angeordnet. Das generelle hessenweite Gebot wurde zwar vor drei Wochen aufgehoben. Doch in gefährdeten Gebieten müssen die Tiere weiter drinnen bleiben.

Das gilt auch für Stadt und Landkreis Kassel, erklärt Franz. Einerseits, weil es hier bereits Vogelgrippe-Fälle gab. Andererseits, weil die Fuldaaue als Risikogebiet gilt. Sie ist ein Rastgebiet für Zug- und Wasservögel – und damit auch eine potenzielle Drehscheibe für das Virus. Ein weiterer Grund für die Fortsetzung der Stallpflicht ist laut Franz, dass es im Kreis Kassel und den umliegenden Landkreisen mehrere Legehennen- und Geflügelmastbetriebe gibt.

Von den Wirtschaftsbetrieben werde die Stallpflicht gewissenhaft befolgt, berichtet der Dezernatsleiter. Viele Rassegeflügelhalter wünschten sich hingegen eine Lockerung der Stallpflicht. Inzwischen gebe es auch die Möglichkeit, in begründeten Fällen Ausnahmegenehmigungen zu erteilen – etwa, wenn es zu Kannibalismus unter den Tieren komme.

Wie lange die Stallpflicht noch aufrechterhalten werden muss, hänge von der weiteren Entwicklung ab, sagt Franz. Derzeit würden täglich neue Fälle im Bundesgebiet gemeldet. Er hoffe, dass es im Lauf des Frühjahrs zu einer Entspannung führe. Durch die Sonneneinstrahlung sinke die Überlebenschance des Virus im Vogelkot und damit die Ansteckungsgefahr. 

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