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Geflügelpest in Kassel: Kranke Graugans in der Fuldaaue entdeckt

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Von: Andreas Hermann

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Die Stadt Kassel weist einen Risikobereich wegen Vogelgrippe aus und ordnet Stallpflicht für Federvieh an.

Kassel – Bei einer Graugans, die in der Fuldaaue krank aufgefunden wurde, ist die hochansteckende Geflügelpest festgestellt worden. Ein Verdachtsbefund des Hessischen Landeslabors (LHL) ist nach Angaben der Stadt Kassel am Mittwoch (18. Janaur) vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigt worden. Zum Schutz vor einem Eintrag des Seuchenerregers in Hausgeflügelbestände muss das Federvieh im ausgewiesenen Risikogebiet an den Fuldaauen ab dem heutigen Samstag aufgestallt werden und darf nicht mehr zu Geflügelschauen.

Fälle von Geflügelpest (Vogelgrippe oder Aviäre Influenza) wurden 2022 ganzjährig bei Wildvögeln und Hausgeflügel nachgewiesen. Das Risiko steige in den Herbst- und Wintermonaten deutlich, weil Zugvögel an Rast- und Sammelplätzen zusammenkommen, wozu auch die Fuldaauen gehören.

Geflügelpestfall: Unser
Geflügelpestfall in Kassel: Unser Archivfoto zeigt eine Graugans im Flug vor dem Pavillon auf der Schwaneninsel. © Archivfoto: lothar Koch

Geflügelpest nachgewiesen: Kranke Graugans in Kasseler Fuldaaue gefunden

Bereits Anfang Januar war bei einer Wildgans in der Fuldaaue ein Influenza-Virus nachgewiesen worden, allerdings handelte es sich um eine Erregervariante mit nur geringen krankmachenden Eigenschaften. „Aufgrund des aktuellen Nachweises müssen Maßnahmen getroffen werden, um eine Verschleppung des Geflügelpestvirus in Hausgeflügelbestände zu vermeiden“, sagte Heiko Purkl, Leiter der Abteilung Tierseuchenbekämpfung bei der Stadt Kassel.

Stallpflicht bedeutet, dass das Geflügel in geschlossenen Ställen oder unter einer dichten, überstehenden Abdeckung mit einer gegen Wildvögel gesicherten Seitenbegrenzung (etwa dichtes Netz) gehalten werden muss. Auch außerhalb des Restriktionsgebietes seien Halter dazu aufgerufen, Vorsichtsmaßnahmen strikt einzuhalten. Gefährdet seien nicht nur Großbetriebe, sondern auch Kleinst- und Hobbyhaltungen. Zu den Biosicherheitsmaßnahmen gehören:

Vogelgrippe in Kassel nachgewiesen: Geflügel bestmöglich schützen

Wer außerhalb des Risikogebietes Geflügel halte, sollte sein Federvieh dennoch bestmöglich schützen und etwa den Freilandauslauf zumindest teilweise einschränken, erläuterte Purkl.

Wer sein Geflügel noch nicht beim Veterinäramt und bei der Hessischen Tierseuchenkasse angemeldet hat, muss dies schleunigst nachholen. Meldebögen sowie Informations- und Merkblätter gibt es auf kassel.de („Geflügel“). Wer tote oder kranke Wildvögel findet, sollte dies dem Veterinäramt melden. Dies gilt für Wasserwildvögel (Wildenten und -gänse, Schwäne, Reiher), Greifvögel und Rabenvögel (etwa Rabenkrähe und Elster). Das Veterinäramt der Stadt ist erreichbar unter 0561 /7 87 33 36 oder per E-Mail (veterinaer@kassel.de). Tote Singvögel oder Tauben sollten nur gemeldet werden, wenn mehrere in einem bestimmten Areal in kurzer Zeit aufgefunden werden. (Andreas Hermann)

Vor allem während des Wildvogelzugs ist die Vogelgrippe auf dem Vormarsch. Der Legehennenhalter Thomas Rose aus Oberelsungen hofft auf einen Impfstoff gegen das Virus.

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