Ein Schwimmbad in Mönchengladbach bietet Anschauungsunterricht für Sanierung

Ein Volksbad als Vorbild

Ein Schmuckstück: Das Volksbad in Mönchengladbach könnte zum Vorbild für die Sanierung des Wilhelmshöher Freibades werden. Neben dem Becken auf dem Foto hat es zwei weitere Becken. Foto:  NEW Mönchengladbach/nh

Kassel / Mönchengladbach. Die offenen Bogengänge, das markante Gebäude, in dem die Gastronomie untergebracht ist: Das 1926 gebaute Volksbad in Mönchengladbach hat einige Ähnlichkeit mit dem neun Jahre jüngeren Freibad in Wilhelmshöhe. Zwei gravierende Unterschiede gibt es aber: Das Bad in Mönchengladbach ist bereits saniert, und es hat eine deutlich größere Wasserfläche als das in Wilhelmshöhe.

Muss es so teuer sein?

Dort fragt man sich ebenso wie in Harleshausen, ob die Sanierung der beiden Freibäder wirklich so teuer sein muss, wie es die Städtischen Werke in ihren Gutachten darstellen. 10,5 Millionen Euro würde es demnach kosten, beide Bäder in einen guten Zustand zu versetzen.

„Wir wollen jedenfalls nicht warten, bis der Bagger mit der Abrissbirne kommt“, sagt Anja Lipschik (Grüne), die Ortsvorsteherin von Bad Wilhelmshöhe. Zusammen mit Vertretern des Stadtteilgremiums und des Fördervereins mit dem Sportprofessor Kuno Hottenrott an der Spitze will sie Mitte Juni nach Mönchengladbach fahren.

Das sanierte Volksbad gilt bundesweit als Vorzeigeobjekt. „Das ganze Ensemble steht mittlerweile unter Denkmalschutz“, sagt Rolf Heithausen, Leiter der Abteilung Bäder bei der Niederrheinischen Energie und Wasser AG. Die hat die Bäder vor zehn Jahren von der Stadt übernommen. Das alte Volksbad hatte ein riesiges 100-Meter-Schwimmbecken. Das gibt es zwar nicht mehr, die Wasserfläche in dem Bad ist mit heute 2700 Quadratmetern dennoch exakt doppelt so groß wie in Wilhelmshöhe. Dort soll eine Sanierung inklusive des historischen Gebäudes mit dem Café 6,1 Millionen Euro kosten. In Mönchengladbach (Wiedereröffnung Juni 2009) mit einem wesentlich größeren Jugendstilgebäude und einer doppelt so großen Wasserfläche waren es acht Millionen Euro.

Aus Edelstahl

Das Ergebnis am Niederrhein kann sich jedenfalls sehen lassen. Dort war es zudem möglich, neue Edelstahlbecken in die alten Betonkonstruktionen zu ziehen. In Kassel geht das angeblich nicht. „Wir freuen uns auf den Besuch aus Kassel, es gibt einiges vorzuführen“, sagt der Gladbacher Bäderchef. An die Besucherzahlen der 1960er- und 1970er-Jahre komme man zwar auch nicht mehr heran. Trotzdem seien es in einem halbwegs normalen Sommer 100 000 Menschen. In Wilhelmshöhe waren es 2010 mit 58 000 deutlich weniger, Harleshausen kam auf 32 000.

Von Thomas Siemon

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