Aber kein Personalabbau

Kosten senken: Volkswagen muss für Gewinn sparen

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Baunatal/Kassel. Der VW-Konzern stimmt seine Mitarbeiter trotz Verkaufsrekorden zunehmend auf einen Sparkurs ein. Auch im VW-Werk Kassel in Baunatal sollen nach Informationen der HNA in den kommenden Wochen und Monaten verstärkt Sparpotenziale gehoben werden.

Im Blick hat das Management dabei vor allem die laufenden Kosten wie etwa Energieverbrauch, Einkauf, Dienstleistungen und Zulieferung, aber auch die weitere Steigerung der Produktivität. Laufende Investitionen, inbesondere in neue Produkte und Fertigungsanlagen wie etwa den Aufbau des konzernweiten Elektro- und Hybridantriebs in Baunatal sind den Angaben zufolge von den Sparbemühungen ausgenommen. Dasselbe gilt für das Personal. „Wir brauchen die Leute, denn wir arbeiten in vielen Bereichen nach wie vor an der Kapazitätsgrenze“, sagt ein Insider.

Hintergrund des Spardrucks sind Mehrkosten im Zuge des Anlaufs des modularen Querbaukastens (MQB). Das ist die neue Plattform, auf der zahlreiche neue Modelle viele baugleiche Teile erhalten. Hinzu kommt, dass die Renditen neuer Modelle wie beim Van Touran und beim kleinen Geländewagen Tiguan wegen einer Vielfalt von Innovationen nach unbestätigten Berichten weit geringer ausfallen als bei den jeweiligen Vorgängermodellen. Mit Sparappellen versuchen VW-Chef Martin Winterkorn und Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch seit Wochen den insgesamt sinkenden Renditen entgegenzuwirken. Erst unlängst kündigte VW-Markenvorstand Arno Antlitz in einer Betriebsversammlung im Stammwerk Wolfsburg an, „auf allen Ebenen, in allen Bereichen und Regionen den Gürtel enger schnallen“ zu wollen.

Volkswagen will den Absatz in diesem Jahr trotz Absatzrückgängen im Inland und Europa um knapp drei Prozent steigern. Der Zuwachs kommt vor allem aus Asien, insbesonder aus China.

Hintergrund: 16.000 Mitarbeiter über alle Bereiche

Das Volksawgen-Werk Kassel in Baunatal beschäftigt rund 16.000 Mitarbeiter – darunter 1700 Leiharbeiter –in den Bereiche Getriebebau, Gießerei, Abgasanlagen und Aggregate-Aufbereitung sowie im weltweiten Teilehandel (OTC). Seit 2011 wurden mehr als 1300 Zeitarbeiter in feste Beschäftigungsverhältnisse übernommen – bei entsprechender Auftragslage sind weitere Übernahmen möglich. Das Werk Kassel produziert auch in diesem Jahr rund vier Mio. Getriebe. Auftragsrückgänge in Europa werden durch steigende Nachfrage aus China ausgeglichen. Das Land kann angesichts des steigenden Pkw-Absatzes nicht alle Getriebe bauen, die sie braucht. (jop)

Von Jose Pinto

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