Weihnachtseinkäufe im Dezember 2020

Corona: Volle Innenstadt vor dem Lockdown in Kassel

Am Mittwoch (16.12.2020) geht es los: Der harte Corona-Lockdown tritt in Kraft. Davor zieht es auch in Kassel viele Menschen in die Innenstadt.

Kassel – Ungeachtet der Appelle aus der Politik hat der bevorstehende Lockdown zum Wochenbeginn besonders viele Menschen in Kassels Innenstadt gelockt. Die Nachricht, dass ab Mittwoch (16.12.2020) die meisten Geschäfte schließen werden, hat bei der Kundschaft in Kassels Innenstadt ihre Wirkung nicht verfehlt: Am Montag war die Königsstraße so dicht bevölkert wie an manchen Samstagen im Advent. Wie an vielen großen Einkaufstüten ersichtlich war, nutzten viele die kurze Frist für Festtagsbesorgungen auf den vorgezogenen letzten Drücker.

Zur Geschäftsöffnungszeit am Vormittag stauten sich die Autos an der Einfahrt zur Tiefgarage Friedrichsplatz bis auf die Frankfurter Straße zurück, vor vielen Läden warteten schon etliche Kunden auf Einlass. „Wir sind regelrecht überrannt worden“, sagte die Filialleiterin des Spielwarengeschäfts MyToys im City-Point, Sabrina Cholibois. Auch dort wurden Kunden von einem Security-Mitarbeiter nach und nach nur einzeln eingelassen – ähnlich wie bei Drogerie-Müller, TK Maxx, Thalia, Søstrene Grene und anderen Läden, die besonders im Fokus von Geschenkejägern stehen.

Vor dem Corona-Lockdown in Kassel: Mitarbeiter vor besonderer Herausforderung

Für die Mitarbeiter sind die beiden Tage zwischen Verkündung und Inkrafttreten des Lockdowns eine besondere Herausforderung. Sie müssen einerseits den Kundenandrang unter Corona-konformen Bedingungen bewältigen und andererseits noch vieles regeln für die Zeit ab Mittwoch. Bei MyToys geht es etwa darum, was mit etwa 100 Geschenk-Bestellungen passiert, die dann nicht mehr im Laden abgeholt werden können.

Seit Samstag lösen Filialleiterin Cholibois und ihr Team im Laden nur noch Onlineshop-Bestellungen aus, die dann direkt nach Hause geliefert werden. Was mit älteren Abhol-Orders passiert, solle wohl heute in einer Telefonkonferenz mit der Firmenzentrale geklärt werden.

Solche Abstimmungen werden in diesen Stunden praktisch nonstop geführt – daher waren am Montag viele Filialleitungen nicht für Presseanfragen zu erreichen. Wie die Dinge ab Mittwoch etwa beim Drogeriekaufhaus Müller organisiert werden; „das wissen wir auch noch nicht“, sagten Mitarbeiterinnen gestern im kurzfristig angeheizten Verkaufstrubel. Wie beim ersten Lockdown im Frühjahr dürfen dort Drogeriemarkt-Artikel weiterhin verkauft werden, Anderes wie etwa Spiele, Haushalts- und Schreibwaren jedoch nicht. Es ist wahrscheinlich, dass dies erneut über eine hausinterne Absperrung dieser Sortimentsbereiche geregelt werden wird.

Ausweitung von Geschäftszeiten und Abholsysteme - wegen dem Corona-Lockdown in Kassel nötig

Die Galeria Karstadt Kaufhof wird nach den ab Mittwoch geltenden Bestimmungen wieder ihren gesamten Warenhausbereich schließen müssen – eine Ausnahme gilt lediglich für die Lebensmittelfläche im Untergeschoss, die seit wenigen Tagen von dem Anbieter Go Asia betrieben wird.

Dessen Geschäftsführer Wengui Ye sagte gegenüber der HNA, dass der Asia-Supermarkt über einen separaten Seiteneingang an der Oberen Königsstraße zugänglich bleiben werde – allerdings zu verkürzten Öffnungszeiten montags bis samstags von 9.30 bis 18 Uhr.

Andere haben seit Montag ihre Geschäftszeiten noch mal ausgeweitet, um vor dem Lockdown möglichst viele Kunden bedienen zu können. So hat das Haushaltswarengeschäft Hornschu an der Obersten Gasse heute bereits ab 8 und abends bis 20 Uhr geöffnet und hat auch bereits eine Regelung, wie Kunden ab Mittwoch bestellte Waren abholen können: Bis zum 23. Dezember sei das täglich von 10 bis 18 Uhr kontaktfrei auf dem Geschäftsgelände möglich, sagte Korinna Hornschu.

Corona-Lockdown in Kassel: Abhol- und Lieferdienste prinzipiell eine Möglichkeit

Ihr sei es für ihre Kundschaft wichtig, den speziellen Herausforderungen dieser Tage eine positive und weihnachtliche Stimmung entgegenzusetzen: „Da nehmen wir unsere Rolle sehr ernst.“ Auch einen Hauslieferservice werde die Firma anbieten.

Wie für die Gastronomie sind Abhol- und Lieferdienste nach den aktuellen Lockdown-Bestimmungen auch für den Einzelhandel prinzipiell eine Möglichkeit, trotz geschlossener Läden ein wenig vom Weihnachtsgeschäft mitzunehmen. Beim ersten Lockdown im Frühjahr hatte es darüber zunächst einige Verwirrung gegeben, bevor der Gesetzgeber mit einer Klarstellung reagierte.

Die aktuellen Zahlen zum Corona-Infektionsgeschehen in Kassel finden Sie in unserem News-Ticker. Auch über die Reaktionen auf den Corona-Lockdown in Kassel haben wir bereits berichtet. (Axel Schwarz)

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