HNA-Markt: Oskar Honig trennt sich von seinem Sextanten – Erinnerungsstück an eine 30 000 Kilometer lange Seereise

HNA-Markt: Mit vollen Segeln in die Karibik

+
Mit dem Sextanten die Position bestimmen: Oskar Honig peilt mit seinem Navigationsgerät Sonne und Horizont an.

Die 14 Meter lange Segelyacht ist längst verkauft, sein Hobby hat der Rentner Oskar Honig aus gesundheitlichen Gründen an den Nagel gehängt.

Geblieben sind die Bilder eines vier Jahre währenden Segeltörns, der Honig und seine Frau Ingeborg 30 0000 Kilometer über den Atlantik nach Südamerika, die Karibik und wieder zurück nach Deutschland führte. Geblieben ist außerdem ein Sextant aus Aluminium, mit dem der Segler anhand von Sonnenstand und Horizont seinen Standort in den weiten der Weltmeere bestimmen kann, und ein Barograph, der den Luftdruck misst und den Skipper warnt, wenn eine Schlechtwetterfront im Anzug ist.

Von diesen treuen Begleitern seiner Seereisen will sich der mittlerweile 80-jährige Kasseler trennen. Der Verkauf ist gewissermaßen der Schlussstrich unter ein aufregendes Kapitel seines Lebens.

Mit Boot am Edersee fing es an

Doch von Anfang an: Oskar und seine Frau Ingeborg führten ein Montageunternehmen für Aufzüge. „Wir hatten kaum Zeit, Urlaub zu machen“, erinnert sich Oskar Honig. Ein wenig Entspannung fanden sie nur am Wochenende auf einem Boot im Edersee. „Da haben wir gesessen, und den Sonnenuntergang beobachtet“. Das Ehepaar begeistert sich mehr und mehr für Segeln, absolviert Lehrgänge und wagt sich schließlich auf die Nord- und Ostsee zu längeren Törns. „In Emden haben wir unser Traumschiff gefunden, eine 14 Meter lange, gebrauchte Yacht in gutem Zustand“, erzählt Oskar Honig. Dann fassen die Honigs einen Entschluss: Die Arbeit kann nicht alles gewesen sein. Vor der Rente wollen sie noch etwas ganz Außergewöhnliches unternehmen, eine lange Seereise in die Karibik. Oskar Honig verkauft sein Unternehmen und das Eigenheim. Ingeborg Honig packt Vorräte zusammen.

Bildergalerie

HNA-Markt: Mit vollen Segeln Kurs auf die Karibik 

Mit einer Gruppe befreundeter Segler starten die Honigs mit mehreren Booten von einem holländischen Hafen Richtung Süden. Auf den kanarischen Inseln bleiben die Freunde zurück. Das Ehepaar Honig schippert weiter zu den Kapverden und geht schließlich in Brasilien vor Anker. „Dann haben wir erstmal mit Rucksäcken eine ausgedehnte Busreise von 10 000 Kilometern durch das Landesinnere unternommen“, erzählt er. Unter anderem schauen sie sich die mächtigen Iguazu-Wasserfälle an. Nach Monaten segeln die Honigs weiter, kreuzen im Amazonas-Delta und nehmen dann Kurs auf die Karibik. Sie sehen die ehemalige, als Strafkolonie berüchtigte Teufelsinsel und den Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana. „Das war beeindruckend“, sagt Honig. Sie steuern mehrere Karibikinseln an, darunter Martinique, genießen deren Schönheiten und lernen viele Menschen kennen.

Letzte Station des Segel-Marathons sind dann die Bermudas. Von da segeln die Honigs nach Hause. Vier Jahre sind vergangen, als sie wieder in Kassel ankommen. „Wir waren froh, wieder in der Heimat zu sein. Aber an den starken Autoverkehr mussten wir uns erstmal wieder gewöhnen“, sagt Oskar Honig. Heute arbeitet das Ehepaar ehrenamtlich für den Nachbarschaftsverein Piano der Wohnungsgesellschaft GWG.

Den Sextanten hat der Hobby-Skipper während der ganzen Reise nicht einsetzen müssen, weil er das elektronische Navigationssystem GPS an Bord hatte. „Doch das kann auch mal ausfallen. Das ist auf unserer Reise aber nicht passiert“, sagt Honig. Der Sextant könne beispielsweise bei der Ausbildung von Seglern noch gute Dienste tun, meint er. (pdi)

Kontakt: Oskar Honig, Tel. 05 61 / 493 500 oder 0172 / 189 13 24

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

der Inhalt dieses Artikels entstand in Zusammenarbeit mit unserem Partner. Da eine faire Betreuung der Kommentare nicht sichergestellt werden kann, ist der Text nicht kommentierbar.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.