Er hat sich beim Autozulieferer Finoba hochgearbeitet

Vom Leiharbeiter zum Werkleiter: Die erstaunliche Karriere von Denis Weiss

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Hat eine erstaunliche Karriere hinter sich: Der Bad Wildunger Denis Weiss. Als ungelernter Leiharbeiter fing er 2010 bei Finoba an. Heute ist der 31-Jährige Fertigungsleiter, was einem Werkleiter gleichkommt.

Kassel. Leiharbeit hat nicht den besten Ruf. Schlecht bezahlt und perspektivlos, lautet ein häufiger Vorwurf. Dass das nicht immer so sein muss, hat Denis Weiss bewiesen.

Denis Weiss ist sichtlich zufrieden mit sich und der Welt. Und stolz ist er auch. Auf das Erreichte. Denn der 31-Jährige, den es 1990 als Knirps mit Eltern von Russland in den Westerwald verschlug, weist eine bemerkenswerte berufliche Karriere vor.

Weil seine Frau Heimweh nach ihrer alten Heimat Bad Wildungen hatte, heuerte der damals Ungelernte 2010 als Leiharbeiter beim Kasseler Personaldienstleister Per-Tempus an, der ihn als Produktionshelfer beim Baunataler Autozulieferer und Dienstleister Finoba einsetzte. Das war der Beginn eines erstaunlichen beruflichen Werdegangs, dessen Ende nicht absehbar ist. Denn heute ist der dreifache Familienvater, dessen Frau Kind Nummer vier erwartet, Fertigungsleiter im Finoba-Standort im Werk Mittelfeld mit 80 Beschäftigten.

Feste Stelle bei Finoba nach einem halben Jahr

Bereits nach einem halben Jahr übernahm ihn Finoba in ein festes Arbeitsverhältnis und machte ihn zum Maschinenführer. Kurz darauf war der Hobbyfotograf bereits CNC-Einrichter.

Es dauerte nur wenige Monate und einige Fortbildungen, um zur Industriefachkraft für Prozessoptimierung aufzusteigen. Im Jahr 2012, also nur zwei Jahre nach seinem Start bei Finoba, fragte er dort seinen direkten Vorgesetzten, ob er die Meisterausbildung machen könne.

Die Voraussetzung dazu hatte er ja. Zwar nicht in Form einer klassischen Berufsausbildung, aber durch den Nachweis einer fünfjährigen Praxis in der Metallbearbeitung, die auch für die Meisterschule befähigt.

Finoba-Gründer Guido Barde, der schon frühzeitig das Potenzial seines ehrgeizigen Mitarbeiters erkannte, sagte unumwunden: „Das ist der richtige Mann dafür“. Zweieinhalb Jahre drückte Weiss fortan jeden Freitagabend und samstags die Schulbank und büffelte am Rest des Wochenendes, um berufsbegleitend zum Meister zu kommen.

Als er den Meisterbrief – nach dem zweiten Anlauf – Ende 2015 in der Tasche hatte, wurde er Fertigungssteuerer, und als sein Chef ins Hauptwerk Baunatal-Hertingshausen abgezogen wurde, wurde er zum Fertigungsleiter im Mittelfeld berufen, was einem Werkleiter gleichkommt.

Familie als Antrieb

Doch damit nicht genug: Im September hat Weiss mit dem Technischen Betriebswirt begonnen. 2019 will er damit fertig sein. Und wie geht es dann weiter? „Das weiß ich noch nicht“, sagt er lachend.

Was hat ihn all die Jahre angetrieben, sich nach einem harten Arbeitstag und den familiären Belastungen ständig fortzubilden. „Es war und ist die Familie. Als die Schule näherrückte, wollte ich, dass meine Kinder nicht sagen müssen, dass ihr Vater Leiharbeiter ist“, erklärt Weiss glaubhaft. Aber er habe nicht im Traum daran gedacht, dass er es soweit bringen würde, sagt er und vergisst nicht, seiner Frau zu danken. „Ohne sie hätte ich das niemals geschafft. Sie hat mir daheim den Rücken freigehalten, damit ich mich weiterentwickeln konnte“, betont er.

Und ohne die Unterstützung der Firma und namentlich auch Bardes hätte es ebenfalls nicht fuktioniert. „Er hat mich bei allem unterstützt, auch mental. Als ich beim ersten Mal durch die Meisterprüfung gefallen bin, hat er mich ermutigt, weiterzumachen“, erinnert sich Weiss. Er habe seine Chance bekommen und zugeriffen. „Und Glück gehabt“, sagt der 31-Jährige.

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