Auch für die Stiftung von Michael J. Fox im Einsatz

Fachwelt hört auf Kasseler Parkinson-Expertin

Prof. Dr. Brit Mollenhauer steht vor dem Eingang der Paracelsus-Elena-Klinik in Harleshausen.
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Auf sie hört die Fachwelt: Die Kasseler Neurologin und Parkinson-Expertin Prof. Dr. Brit Mollenhauer zählt zu den meistzitierten Wissenschaftlern weltweit.

Die Kasseler Neurologin Prof. Dr. Brit Mollenhauer gehört zu den meistzitierten Wissenschaftlern weltweit. Die Parkinson-Expertin ist auch für die Stiftung von Michael J. Fox im Einsatz.

Wer Prof. Dr. Brit Mollenhauer zuhört, muss aufpassen. Nicht etwa, weil die Neurologin der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel ins Fachchinesische abdriftet. Nein. Die Medizinerin spricht schnell, sie lächelt dabei, sie verbreitet positive Energie. Es macht Spaß, ihr zu folgen, und es ist spannend, wenn sie über ihr Spezialgebiet Parkinson spricht. Und sie hat etwas zu sagen. Zum zweiten Mal in Folge zählt die 48-Jährige zu den meistzitierten Wissenschaftlern weltweit.

Ein US-Unternehmen erstellt jährlich eine Liste, und die führt Wissenschaftler auf, die in ihren jeweiligen Fachbereichen am häufigsten von Kollegen in deren Publikationen zitiert wurden. Mollenhauer als Koryphäe auf ihrem Gebiet zu bezeichnen, ist daher nicht übertrieben.

Um das Parkinson-Syndrom intensiver erforschen zu können, wechselt Mollenhauer 2007 an die Spezialklinik in Harleshausen – und zwar nicht von irgendwo her. Ausgestattet mit einem Stipendium, forschte sie zuvor zwei Jahre lang in Boston an der medizinischen Fakultät von Harvard, einer der angesehensten Universitäten überhaupt. Damals folgt Mollenhauer dem Angebot der heutigen Chefärztin Prof. Dr. Claudia Trenkwalder – die beiden kennen sich seit Göttinger Studientagen. Außerdem stünde in Kassel die namhafteste Parkinson-Fachklinik Deutschlands, sogar die größte der Welt, erklärt die Ärztin, die im Schwarzwald aufgewachsen ist.

So bringt sie in der Elena-Klinik zwei Dinge unter einen Hut: Erstens das Behandeln von Patienten – das sei ihr wichtig. Und zweitens widmet sie sich der Forschung: „Einen Großteil meines Herzens nimmt die Wissenschaft ein“, sagt die Mutter zweier Söhne. Mollenhauer sucht nach Früh-Indikatoren, um Parkinson in einem frühen Stadium diagnostizieren zu können.

Nebenbei erwähnt die Oberärztin, dass sie die Hälfte der Woche für die Uni Göttingen arbeitet. An der dortigen Klinik hat sie eine Stiftungsprofessur. Beiläufig kommt auch auf den Tisch, dass sie viel im Ausland auf Kongressen weilt und dass sie häufig in New York ist, wo sie als Beraterin im Gremium der Michael-J.-Fox-Stiftung für Parkinson-Forschung sitzt.

Den bekannten US-Schauspieler, der selbst an der Krankheit leidet, hat sie persönlich kennengelernt. „Michael J. Fox zu treffen, war schon aufregend. Er ist ziemlich klein“, sagt Mollenhauer. An die erste von drei Begegnungen erinnert sie sich gut: „Da sitzt ein Haufen namhafter Wissenschaftler, und jeder zückt sein Handy und macht Fotos von ihm. Das war peinlich.“ Sie selbst hielt sich zurück. Bewegend sei es dennoch gewesen.

Die Neurologin bezeichnet sich als effizient. Trotzdem investiert sie satte 50 bis 60 Stunden pro Woche in die Arbeit. Besprechungen mit Kollegen aus den USA gehen wegen der Zeitverschiebung ohnehin erst spät abends. Telefonkonferenzen laufen meist dann, wenn ihre Söhne im Bett sind. Ihr Mann Albrecht könne ein Lied davon singen. Und apropos: Ihr Mann unterstütze sie seit vielen Jahren. „Dank ihm kann ich meinen Beruf so realisieren.“

Um ihr Pensum zu schaffen, steht sie um 5.30 Uhr auf und joggt. Die Zeit für die Familie nimmt sie sich. Die Wochenenden seien heilig. Erst am Samstag nutzte sie mit ihren neun- und zwölfjährigen Jungs die freien Stunden für eine Runde Schlittenfahren auf dem Essigberg. Und sie liebe es, ihre Familie zu bekochen. Das macht sie fast jeden Abend. Ihre Devise: „Bei mir muss keiner hungern.“ Allerdings kommt es schon mal vor, dass parallel der Laptop läuft und sie mit einem Ohr am Telefon hängt, während sie in der Küche hantiert und nebenbei Mathe-Hausaufgaben korrigiert. (Von Robin Lipke)

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