Neue Sonderausstellung im Stadtmuseum öffnet am 15. Oktober

Von den Sternen bis zu den Stummelfüßern: Ausstellung zu 50 Jahren Uni Kassel

Hat die Ausstellung mit ihrem Team entwickelt: Die Kasseler Kunsthistorikerin Prof. Martina Sitt. Im Vordergrund Schilder mit landschafts- und stadtplanerischen Projekten, die einst an der Hochschule diskutiert wurden.
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Hat die Ausstellung mit ihrem Team entwickelt: Die Kasseler Kunsthistorikerin Prof. Martina Sitt. Im Vordergrund Schilder mit landschafts- und stadtplanerischen Projekten, die einst an der Hochschule diskutiert wurden.

Was haben ein Nasa-Projekt, ein Insektenhotel, eine Sprudelflasche, eine Biotonne und das Spazierengehen gemeinsam? Alle sind sie Forschungsgegenstand oder gar eine Entwicklung der Universität Kassel.

Kassel - In der neuen Sonderausstellung „Wunderkammer modern – 50 Jahre Universität Kassel“ im Stadtmuseum wird die große Bandbreite der Kasseler Hochschule und Forschung deutlich. Anhand von 50 Inszenierungen zeigt die Schau auf spielerische Weise, was in der Uni Kassel steckt und welche Spuren sie bereits hinterlassen hat. Die Ausstellung öffnet am 15. Oktober und ist bis 9. Januar zu sehen.

Kuratorin und Kunsthistorikerin Prof. Martina Sitt hatte keine leichte Aufgabe. Sie hat aus fünf Jahrzehnten und fast 50 Instituten und Fachgruppen ein Panoptikum von Wissenswertem und Kuriosem aus Kasseler Forschung, Lehre und Uni-Alltag zusammengetragen.

Kasseler Erfindung: Das Design der Perlflasche für Mineralwasser wurde an der Kunsthochschule entwickelt.

„Die Besucher sollen ins Staunen geraten“, sagt Sitt. Deshalb habe man sich beim Titel „Wunderkammer modern“ auch von den Wunderkammern inspirieren lassen, die einst die Landgrafen von Hessen-Kassel führten. Auch die Adligen trugen Interessantes und Skurriles zusammen und werteten dies wissenschaftlich aus.

Auf drei Etagen im Anbau des Stadtmuseums erstreckt sich die Präsentation. Sie ist nicht chronologisch, sondern nach Themen sortiert. Wobei Sitt und ihr Team darauf geachtet haben, dass kein wissenschaftliches Vorwissen nötig ist, um die Exponate erschließen zu können. Auf Texttafeln werden sämtliche Objekte erläutert und ihre Bedeutung eingeordnet. So erfährt der Besucher nicht nur, dass in Kassel die Biotonne, das Insektenhotel und das Design der Sprudelflasche mit den Noppen erfunden wurden, sondern es wird ihm auch das Wirken der Hochschule in die Stadt und die Region hinein deutlich.

Ein Dankeschön: Promovendinnen nähten für ihre Professorin Heide Wunder einen Quilt, dessen Motive sich auf ihre Forschungsarbeiten beziehen.

So wird beispielsweise anschaulich dargestellt, wie die Gemüsesäulen vom Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaft für die documenta 13 entwickelt wurden. Und wie die patentierten Fischtreppen der Prüfstelle für Umwelttechnik und Wasserbau der Uni Kassel mittlerweile den Fischen in Diemel und Fulda helfen.

Aber die Hochschule hat auch darüber hinaus viele Verbindungen in die Stadtgesellschaft. So ist die Kasseler Weinhandlung Schluckspecht Ergebnis eines Studienprojektes angehender Architekten, Stadt- und Landschaftsplaner der Uni Kassel.

Kasseler Projekt: Spaziergangswissenschaft.

Auch international ist die im Vergleich noch sehr junge Kasseler Hochschule präsent: Der hier entwickelte Wasserrucksack Paul kommt weltweit in Entwicklungsländern und Krisengebieten zum Einsatz, um dort Wasser zu reinigen. Der Forschungsbereich Astrophysik ist bei dem fliegenden Stratosphären-Observatorium Sofia mit von der Partie, das von der Nasa und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) initiiert wurde. Und das Fachgebiet Zoologie widmete sich dem Stummelfüßer – einem urzeitlichen Jäger, der in den Regenwäldern entlang des Äquators lebt.

Service: Vom 15. Oktober bis 9. Januar im Stadtmuseum. Dienstag sowie Donnerstag bis Sonntag: 10 bis 17 Uhr. Mittwoch: 10 bis 20 Uhr. Eintritt vier Euro, ermäßigt drei Euro, Studierende sowie Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre Eintritt frei. (Bastian Ludwig)

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