Weltspieltag

Kassel hat 153 Spielplätze: Von Tarzanschaukel bis Bobbycar-Parcours

Amira (4) schaut durch die Seile des Walfisch-Klettergerüsts an der Landaustraße.
+
Die vierjährige Amira liebt den Spielplatz an der Landaustraße, vor allem den Walfisch zum Klettern. Zu den Höhepunkten der weitläufigen Anlage an der Aue zählen auch eine Elefantenrutsche und das große Klettergerüst mit Hängebrücke und Baumhaus.

Zum heutigen Weltspieltag werfen wir einen Blick auf die Orte in Kassel, die für Kinder gemacht sind: die Spielplätze.

153 öffentliche Spielplätze gibt es im Stadtgebiet. Auf ihnen stehen insgesamt 1100 Spielgeräte. Zu den Top 3 zählen dabei, wie die HNA bei der Stadt Kassel erfragt hat, sogenannte Federwippen für Kleinkinder (häufig gestaltet als Wipptiere), gefolgt von Rutschen und Schaukeln.

Zwei Spielplätze wurden diese Woche – pünktlich zum Weltspieltag – in neuer Gestaltung in Betrieb genommen: zum einen die Anlage an der Osterholzstraße in Bettenhausen, die komplett erneuert wurde (siehe Bild unten), zum anderen der Spielplatz am Hanseatenweg im Wesertor, der nach Umbaumaßnahmen wieder geöffnet hat. „Kinder haben ein Recht auf Spielen“, sagte Kinder- und Jugenddezernentin Ulrike Gote, dem wolle man auch mit den Spielplätzen gerecht werden.

Der größte Spielplatz in Kassel befindet sich an der Fuldaaue. Die Minimalvariante sind sogenannte Spielpunkte mit ein bis zwei Spielgeräten – etwa auf dem Goetheboulevard oder an der Wilhelmsstraße neben dem Rathaus. Die längste Geschichte als Spielort in Kassel hat das Tannenwäldchen. Dort wurden bereits 1910 Spielgeräte für Kinder aufgestellt – die seither natürlich mehrfach ausgetauscht wurden. Heute wartet das Tannenwäldchen unter anderem mit einem Piratenschiff auf.

Pro Jahr strebt das für die Spielplätze zuständige Umwelt- und Gartenamt die Grundsanierung eines Spielplatzes an, sagt Leiterin Anja Starick. Weitere finanzielle Spielräume gibt es durch Fördermittel, wie sie jetzt auch in Bettenhausen eingesetzt wurden. Aus den regulären Haushaltsmitteln können nach Angaben der Stadt pro Jahr zwischen 200 000 und 350 000 Euro für Ersatz und Neubeschaffung von Spielgeräten investiert werden. Hinzukommen jährlich rund 1,8 Millionen Euro für Personal- und Betriebskosten zur Unterhaltung der Spielplätze. Darunter fällen Sicherheitskontrollen und Reparaturen der Spielgeräte, die Pflege der Grünflächen und Bäume sowie die Müllentsorgung.

Wir haben ein paar besondere Spielattraktionen herausgegriffen:

Schwingen

„Die Goethe“, wie sie bei Kindern nur heißt, ist bei gutem Wetter ein Magnet. Auf dem Spielplatz im Vorderen Westen sind die Tarzanschaukeln eine der Attraktionen. Von den Reifenhügeln rechts und links kann man sich todesmutig in die Tiefe stürzen und dann hin- und herschwingen. Außerdem gibt es einen Turm mit Tunnelrutsche und eine Kletterpyramide. Bei kleineren Kindern beliebt ist unter anderem die Eisenbahn. 

Flitzen

FlitzenGanz neu gestaltet präsentiert sich der Spielplatz an der Osterholzstraße in Bettenhausen. Alleinstellungsmerkmal ist eine Rennstrecke für Bobbycars und Roller. Das hatten sich die Kinder im Stadtteil gewünscht, die beim Planungsverfahren einbezogen wurden. Auch Mini-Fußballtore wurden ergänzend zum Bolzplatz aufgestellt. In der weitläufigen Anlage gibt es viel Platz zum Toben – und Sitzgelegenheiten zum Ausruhen und Picknicken. In die Erneuerung hat die Stadt 280 000 Euro aus einem Städtebauförderprogramm gesteckt.

Klettern

Nach Umbau und Erneuerung hat seit gestern auch der Spielplatz am Hanseatenweg im Pferdemarktquartier wieder geöffnet. Unter anderem mit einem neuen „Klettergarten“, den sich die Kinder im Stadtteil gewünscht hatten. Auch neue Schaukeln sowie im Sandspielbereich ein Häuschen und ein Wipptier gehören zu den Neuerungen. 

Planschen

Wer gern planscht, so wie Fionn, ist auf dem Wasserspielplatz Fuldaaue, in Höhe der Gärtnerplatzbrücke, richtig. Dort kann man an heißen Tagen auch in die Becken eintauchen oder sich von einer Fontäne nass spritzen lassen. Eine Besonderheit sind zwei weitere Spielgeräte, die auch für Kinder im Rollstuhl geeignet sind: Eine große Rampe, die umklappt, wenn sie befahren wird, und eine Art Holzpumpe, mit der man Töne erzeugen kann. 

Durch die Luft sausen

Eine 50 Meter lange Seilbahn gehört auf dem Spiel- und Bolzplatz Wiederholdstraße am Brasselsberg zu den Highlights. Nestschaukel, Rutsche und Klettergerüst sowie viel Platz zum Toben zeichnen die Anlage aus. Ein Pluspunkt ist zudem die idyllische Lage direkt an der Dönche mitten im Grünen. (Von Katja Rudolph)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.