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Vor 25 Jahren: Prinz Charles war zu Gast in Kassel

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Von: Thomas Siemon

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Kleiner Imbiss im „Schmanddibben“: Die Aufnahme aus dem privaten Album zeigt (von links) Hans-Georg Greger, Professor Hardy Vogtmann und Prinz Charles. Repro und
Kleiner Imbiss im „Schmanddibben“: Die Aufnahme aus dem privaten Album zeigt (von links) Hans-Georg Greger, Professor Hardy Vogtmann und Prinz Charles. Repro und © Thomas Siemon

Vor 25 Jahren besuchte der britische Thronfolger Prinz Charles den Kasseler Bioladen „Schmanddibben“.

Kassel – Prinz Charles kam mit dem Hubschrauber, der im Bergpark landete, wurde mit Polizeieskorte bis zur Wilhelmshöher Allee gebracht, bahnte sich seinen Weg zwischen vielen Schaulustigen hinter Absperrungen und stand dann in dem kleinen Bioladen „Schmanddibben“ an der Kunoldstraße. Vor genau 25 Jahren im Mai 1997 war das. „Das werde ich natürlich nie vergessen“, sagt Hans-Georg Greger (66), der in Witzenhausen ökologischen Landbau studiert hatte und in seiner Heimatstadt Kassel ein Pionier in diesem Metier war.

Warum der als Öko-Prinz in den Medien titulierte Charles ausgerechnet nach Kassel kam? „Dafür haben die beiden Professoren Hardy Vogtmann und Engelhard Boehncke gesorgt“, sagt Greger. Die lehrten in Witzenhausen ökologische Landwirtschaft und waren als Berater mehrfach in England bei Prinz Charles. Wenn der Sohn von Königin Elisabeth II. mal sehen wolle, wie man Bioprodukte nicht nur produzieren, sondern auch vermarkten könne, dann sei er herzlich nach Nordhessen eingeladen.

Charles ließ sich nicht lange bitten, allerdings musste die Einladung wegen der nötigen Sicherheitsvorkehrungen über die hessische Landesregierung laufen. Als der Termin klar war, schrieb Hans-Georg Greger einen Zettel, den er in die Tür des nur 120 Quadratmeter großen Ladens hing. „Weil uns heute Prinz Charles besucht, öffnen wir erst um 13.30 Uhr“, war da zu lesen.

Man sei damals mit dem „Schmanddibben“ wirtschaftlich gerade so über die Runden gekommen, erinnert sich Greger. Deshalb habe er sich zunächst einmal Sorgen über den Einnahmeverlust gemacht. „Dann ist mir aber schon klar geworden, was dieser Besuch für eine Öffentlichkeitswirkung hat“, sagt er.

Greger, der seine Englischkenntnisse als eher bescheiden beschreibt, nahm seinen Mut zusammen und erläuterte dem Prinzen, wie der Laden bei ihm laufe. Wie man Obst und Gemüse auch optisch ansprechend präsentiere. „Was er davon verstanden hat, weiß ich nicht“, sagt Greger. Jedenfalls sei Prinz Charles ein ausgesprochen höflicher und interessierter Besucher gewesen. Viele Anregungen, die er sich bei seinem Besuch in Kassel und durch den Kontakt mit den Witzenhäuser Professoren geholt hat, habe Charles daheim dann auch umgesetzt.

Damals im Mai 1997 war der britische Thronfolger nicht nur im „Schmanddibben“, sondern auch ein paar Meter weiter im Biomarkt Alnatura. Der hat sich bereits vor einigen Jahren aus Bad Wilhelmshöhe verabschiedet, der Biomarkt Greger ist direkt an die Allee umgezogen. „Heute haben wir um die 500 Quadratmeter Verkaufsfläche, der Laden läuft richtig gut“, sagt Hans-Georg Greger. Der Besuch von Prinz Charles sei damals quasi der Ritterschlag für eine aufstrebende Branche gewesen. Wenn Charles heute in Vertretung seiner Mutter eine Rede hält, dann verfolgt Greger das natürlich mit besonderem Interesse. Kontakt mit dem Prinzen hatte er allerdings nur einmal – vor genau 25 Jahren.

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