Erinnerungen an die Kasseler Bundesgartenschau 1981

Vor 40 Jahren brannte es auf dem Bugasee

Der „Auen-Express“ als Postkarte: Dieses Bähnchen nach nordamerikanischem Vorbild verband die das neue Bugagelände mit der Karlsaue.
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Der „Auen-Express“ als Postkarte: Dieses Bähnchen nach nordamerikanischem Vorbild verband die das neue Bugagelände mit der Karlsaue.

Die Kurzbezeichnung ist so normal geworden, dass man sich darüber kaum noch Gedanken macht. Der Bugasee feiert seinen 40. Geburtstag. Und einer, der damals bei der Bundesgartenschau in Kassel jeden Tag genossen hat, erinnert sich noch an die Anfänge. „Es gab gleich die ersten Surfkurse neben der Seglergaststätte“, sagt Heinz Jahn. Überhaupt sei jede Menge los gewesen.

Kassel. Damals, da war er 18 Jahre alt und wohnte noch bei seinen Eltern direkt neben dem Kasseler Rathaus an der Oberen Karlsstraße. Die ganze Familie hatte Dauerkarten für die Bundesgartenschau, die am 30. April mit Regen begann und am 18. Oktober auch mit Regen endete.

Dazwischen erlebte Kassel einen Ansturm von 5,5 Millionen Besuchern und eine Gartenschau, die Spuren hinterlassen hat. An einen Zwischenfall kann sich Heinz Jahn noch gut erinnern. Eines der eigens zur Gartenschau eingesetzten Ausflugsboote war durch einen technischen Defekt in Brand geraten. Am 14. Juni 1981 war das. Heinz Jahn sah das brennende Schiff vom Ufer des Bugasees aus und machte einige Fotos. Zum Glück wurde damals niemand verletzt. Die Passagiere konnten alle rechtzeitig von Bord gehen, ehe das Boot in Flammen aufging.

Mitten durch die Karlsaue fuhr damals ein „Auen-Express“, der auf einer Strecke von gut fünf Kilometern die wichtigsten Standorte der Schau verband. Und es gab einen 60 Meter hohen Aussichtsturm, der in der Nähe der Gärtnerplatzbrücke einen eindrucksvollen Überblick bot. „Da bin ich ganz oft gewesen“, sagt Heinz Jahn, der später Architektur studierte und heute beim Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) arbeitet.

Für die Gartenschau vor 40 Jahren hatte sich Kassel herausgeputzt. Die Treppenstraße, Deutschlands erste Fußgängerzone, wurde mit Fördermitteln saniert. Das Herzstück der Ausstellung befand sich allerdings links und rechts der Fulda. Wie schon bei der ersten Kasseler Bundesgartenschau im Jahr 1955 wurde die Karlsaue mit einbezogen. Neu hinzu kamen die Kiesseen in Richtung Waldau. Die Fuldaaue wurde in ein Naherholungsgebiet umgewandelt, das bis heute eine Attraktion ist. Ein Teil der Seenlandschaft mit Stränden und Badebuchten wird nach wie vor gern genutzt. Die andere Hälfte ist ein Landschaftsschutzgebiet mit der Möglichkeit zu Vogelbeobachtung.

Fotos hat Heinz Jahn immer wieder gemacht. Auch bei Konzerten auf der nur für die Dauer der Bundesgartenschau gebauten Seebühne. Bis in den Oktober habe es eine Vielzahl von hochkarätigen Auftritten gegeben. Konzerte, Theater und Lesungen nicht nur auf der Seebühne, sondern auch vor der Orangerie.

„Das war eine wunderbare Zeit“, sagt Heinz Jahn. 40 Jahre ist das jetzt her. So lange gibt es den Bugasee schon. (Thomas Siemon)

Totalschaden: Eines der Ausflugsboote auf dem Bugasee brannte am 14. Juni 1981 aus.
Kassels Seebühne zur Bundesgartenschau 1981: Hier fanden damals zahlreiche Konzerte auf dem Wasser statt.

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