Jede Menge kompletter Wohnungen und Apartments

Vor der documenta in Kassel: Kunst kurbelt Vermietungen an

Kassel. Die Anfrage nach einem Quartier in Kassel vom 10. bis 17. Juni zur documenta-Eröffnung bringt beim Internet-Portal Airbnb 244 Unterkünfte zum Vorschein.

Darunter sind nicht nur Privatzimmer, sondern auch jede Menge kompletter Wohnungen und Apartments („Ganze Unterkunft“) – ob im Stadtzentrum, am Auepark, in Harleshausen oder mit Herkulesblick.

Das Geschäft läuft offenbar bestens. „Unterkünfte in Kassel sind schnell ausgebucht“, warnt Airbnb, „nur 40 Prozent der Unterkünfte sind an deinen Reisedaten verfügbar.“ In der Tat: Wer nach der documenta im November 2017 sucht, findet mehr als 300 Angebote in und um Kassel.

4500 Euro im Monat, wenn documenta läuft

Die Preise reichen von 20 Euro („ruhiges Zimmer, super zentrale Lage, ein Bett, zwei Gäste“) über 145 Euro für eine zentral gelegene 75-Quadratmeter-Wohnung für vier Gäste bis zu 266 Euro pro Tag für eine großzügige Wohnung mit vier Betten für sechs Gäste. Das alles sind wohlgemerkt Tagespreise. Läuft es während der documenta 14 richtig gut und geben sich die Gäste die Klinke in die Hand, bringt die 75-Quadratmeter-Wohnung in einem Monat annähernd 4500 Euro. Diese Summe wäre mit einer regulären Vermietung niemals zu erreichen.

„Wohnen in Kassel Bad Wilhelmshöhe auf 130 Quadratmetern“ lautet ein weiteres Angebot. Für die Bleibe in bester Lage, vier Betten für sechs Gäste, werden 340 Euro täglich aufgerufen – und angesichts der zur documenta drastisch erhöhten Hotelpreise sicher auch bezahlt.

In Bad Wilhelmshöhe ist auch das „Leben in einer Villa mit Kamin am Weltkulturerbe“ möglich: Zwei Betten für drei Gäste kosten täglich 94 Euro.

Auch im näheren Umkreis der Stadt im Kaufunger Wald, in Vellmar, Oberkaufungen oder Ahnatal werden Wohnungen, Monteursunterkünfte oder ganze Ferienhäuser angeboten. Zum Beispiel gibt es für 40 Euro am Tag eine „Wohnung im Grünen, Stadtnähe Kassel, ganze Unterkunft, drei Betten, drei Gäste.“ 41 Euro am Tag soll ein „Documenta-Appartment close to Kassel“ kosten, ein „Privatzimmer, ein Bett, zwei Gäste.“

Unter der Bezeichnung „Pikass“ bieten Privatvermieter in Kassel im Internet 30 Ferienwohnungen an – vom „Allsenses-Gästehaus“, das also alle Sinne anspricht, bis zum „Wohnen am Warteberg“. Bei den Privatzimmern sind neun Anbieter gelistet, ebenso beim „Wohnen auf Zeit“. Neben diesem gemeinsamen Interent-Auftritt (www.privatvermieterinkassel.de) gibt es zahlreiche weitere, einzelne Internet-Angebote für Gästequartiere in und um Kassel.

Das sagt die Stadt

„Der Stadt Kassel liegen keine Zahlen über Wohnungen vor, die zu Ferienzwecken beziehungsweise zur Vermietung von privaten Wohnungen an Touristen genutzt werden“, sagt Stadtsprecher Michael Schwab. Das betreffe auch die Ferienhäuser. „In der Vergangenheit hat es auf dem Wohnungsmarkt der Stadt Kassel keine – bekannten – Probleme mit der Nutzung als Ferienwohnungen zu Lasten einer Wohnnutzung der Bevölkerung gegeben.“ Aus diesem Grund sehe die Stadtverwaltung derzeit auch keine Veranlassung, Einfluss auf die Umwidmung von Wohnraum als Ferienwohnung zu nehmen, wie es die Landesregierung ermöglichen will.

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