Internationale Aktion für Freiheit der Wissenschaft

250 Teilnehmer bei "March for Science" am Bebelplatz

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Für Fakten statt Fake News: Prof. Dr. Wolfgang Nellen war einer der Redner beim "March for Science" auf dem Bebelplatz. 

Kassel. Ruhig und sachlich statt mit Schaum vorm Mund und lautem Getöse: So sind am Samstag in Kassel 250 Menschen beim „March for Science“ für die Wissenschaft auf die Straße gegangen.

Unter den Demonstranten waren viele Forscher, Dozenten, Nachwuchswissenschaftler und Studenten der Uni Kassel. Sie wollten ein Zeichen für den Wert von Forschung und wissenschaftlich fundierten Tatsachen setzen – und gegen die Verbreitung sogenannter alternativen Fakten.

Wie an über 500 Orten weltweit hatte sich auch in Kassel ein Organisationsteam der Initiative „March for Science“ gebildet. Auf einen Protestzug durch die Stadt wurde allerdings zugunsten einer reinen Kundgebung auf dem Bebelplatz verzichtet.

Den Impuls für die Veranstaltung hatte vor erst wenigen Wochen Mario Dirks gegeben. „Es war ein Experiment“, sagt der 41-Jährige, der aus Gießen stammt und in Kassel auf seine Approbation zum Kinder- und Jugendtherapeuten hinarbeitet. Dass trotz der Kurzfristigkeit so viele Teilnehmer kommen würden, hatte er nicht erwartet.

Plakate und markige Parolen gab es allerdings kaum. Uni-Vizepräsidentin Prof. Dr. Ute Clement, die ebenso wie Präsident Prof. Dr. Reiner Finkeldey gekommen war, trug unter der wärmenden Jacke aber das passende T-Shirt zur Aktion: „There is no alternative to facts“ stand darauf (Zu Fakten gibt es keine Alternative).

Experimente mit Bananen

„Viele sind hier, weil so viel Unwissenschaftlichkeit, Esoterik und unbegründetes Bauchgefühl unterwegs ist in der Politik“, sagte Christian Hachmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Energiemanagement der Uni und Vorsitzender der Piratenpartei in Kassel. Es sei aber wichtig, auch die Erfolgsgeschichte wissenschaftlichen Fortschritts zu erzählen. Als ein Beispiel nannte er die Ausrottung der Pocken vor 37 Jahren. „Wissenschaft ist oft zu bescheiden.“ Leider war die Übertragung der Redebeiträge so leise, dass in den hinteren Zuschauerreihen kaum etwas davon ankam.

Auch der emeritierte Genetikprofessor Dr. Wolfgang Nellen plädierte für mehr Wertschätzung der Wissenschaft. Mit dem von ihm initiierten Verein „Science Bridge“ versucht er seit vielen Jahren molekularbiologische Forschung und Laborarbeit für Schüler erfahrbar zu machen. So machten Kasseler Studierende auch beim „March for Science“ den potenziellen Forschern von Morgen das Experimentieren schmackhaft: Mit Bananen, die die Kinder erst zermanschen und dann aus dem Brei die DNA isolieren durften.

www.marchforscience.de

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