Alleinsponsor Wintershall will Unterstützung für Veranstaltung auf dem Bebelplatz deutlich einschränken

Adventsmarkt steht auf der Kippe

Vorderer Westen. Der Adventsmarkt am Bebelplatz steht auf der Kippe. Alleinsponsor Wintershall plant, sein finanzielles Engagement um ein bis zwei Drittel zu kürzen. Das berichtete Armond Soltan von der Agentur eve&com, die den Markt seit zwei Jahren ausrichtet,in der Sitzung des Ortsbeirats Vorderer Westen.

Sollte Wintershall den Etat tatsächlich um zwei Drittel kürzen, so Soltan, dann werde es keinen dritten Adventsmarkt mehr in diesem Jahr geben. Eine konkrete Summe nannte er nicht, die Wintershall in den beiden Jahren zuvor zur Verfügung gestellt hat.

Er machte jedoch an Beispielen deutlich, welche Kosten die Agentur als Veranstalter zur tragen habe. Allein 2000 Euro kosteten die Gebühren der Stadt Kassel, rund 4000 Euro die Weihnachtsbäume und deren Aufstellen, mit weiteren 6000 bis 7000 Euro schlügen die Hütten für die Stände zu Buche.

Überraschend kommt die Nachricht von Wintershall jedoch nicht. Soltan sagte, dass das Unternehmen geplant habe, das Sponsoring nach und nach zurückzufahren. Allerdings habe er nicht so schnell mit einem so großen Volumen gerechnet.

Er berichtete auch, wie schwierig es sei, weitere Sponsoren zu finden. Der Ortsbeirat hat seine Unterstützung zugesagt, für den Adventsmarkt zu werben und gemeinsam mit der Agentur eve&com auf Sponsorensuche zu gehen. Ebenso möchte man gemeinsam bei der Stadt Kassel um Hilfe werben. „Wir wollen den Adventsmarkt erhalten und das müssen wir als Signal aussenden“, darüber war man sich in allen Fraktionen einig.

Beraten wurde darüber, wie man langfristig die Kosten senken könnte. Eine Möglichkeit sieht der stellvertretende Ortsvorsteher Mario Lang (SPD) darin, die zwölf Hütten zu kaufen. Eine andere Möglichkeit sei es, Schulen, Vereine und Ehrenamtliche mehr einzubinden, um ein Kinderprogramm auf die Beine zu stellen.

Einig waren sich die Kommunalpolitiker auch darin, dass eine gute technische Grundausstattung des Platzes langfristig Kosten spare. Deshalb stellen sie aus dem Geldtopf für Straßen, Wege und Plätze 7500 Euro zur Verfügung, um die Infrastruktur zu verbessern. Das Geld soll in die technische Ausstattung investiert werden. Priorität haben dabei eine Elektrounterverteilung und eine Baumhülse. Eine Investition, die auch anderen Veranstaltungen zugute kommt.

Weiterhin entschied der Ortsbeirat über Verfügungsmittel zur Pflege der örtlichen Gemeinschaft. Jeweils 200 Euro erhalten die Samuel-Beckett-Gesellschaft für eine Ausstellung, der Hessisch-Waldeckische Gebirgs- und Heimatverein für die Kennzeichnung des Druselpfades und der Verein West für die Einweihung des Dr. Lilli-Jahn-Platzes.

Von Helga Kristina Kothe

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