Vorderer Westen: Neues Haus mit Eigentumswohnungen

Ärger an der Reginastraße: Anwohner fordern Baustopp

Sorgt für Ärger: Der Neubau an der Reginastraße im Vorderen Westen der Stadt. Dort entstehen 24 hochwertige Eigentumswohnungen, von denen nach Angaben der Projektgesellschaft „Urbanes Wohnen Vorderer Westen“ bereits 22 verkauft sind. Foto: Zgoll

Vorderer Westen. Nachbarn spotten bereits über eine neue „Reichskanzlei“. Der kolossal wirkende Rohbau an der Reginastraße erhitzt die Gemüter im Vorderen Westen:

Dr. Claudio Funke, Eigentümer des Gründerzeithauses gegenüber der Baustelle, fordert einen Baustopp und Überlegungen, wie man aus „einem großen ein geringeres Übel machen kann“.

„Du siehst ja fast keinen Himmel mehr“, ärgert sich Funke, wenn er aus seinem Fenster auf den fünfstöckigen Rohbau mit zusätzlich aufgesetzter Dachlandschaft schaut. Und sein Nachbar Andre Niesen-Haus, der in Nummer 16 wohnt, schimpft ebenso über den Klotz und fordert: „Da sollten Neu und Alt doch miteinander harmonieren und funktionieren.“

Vor dem Fenster die Wand: Hauseigentümer Dr. Claudio Funke (links) und Nachbar Andre Niesen-Haus kritisieren den Neubau gegenüber. Den Vorteil habe allein der Bauherr des Gebäuderiegels, sagt Funke. Foto: Zgoll

Dabei hatte alles so gut angefangen. Seit 2011 lief die Planung für das neue Haus, das auf dem Grundstück einer alten Garagenanlage eine Baulücke schließen wird. Doch bereits im Mai 2012, als die Pläne für das Haus mit 24 Eigentumswohnungen die Runde machten, kritisierten Anwohner, der moderne Bau sei zu groß und passe nicht in das Gründerzeitviertel.

So sieht es bis heute auch die Abteilung Denkmalschutz im städtischen Amt für Stadtplanung und Bauaufsicht. Dort ist vom „Elefant“ die Rede, wenn es um den Neubau geht. Zu lang, zu groß, zu überdimensioniert sei das Haus. Lösungsvorschlag der Denkmalschützer: Drei einzelne, wesentlich kleinere Gebäude sollten der schmalen Straße Luft, Licht und Sicht lassen.

Doch ein Kompromiss wurde von den Stadtplanern abgelehnt, die Planung von der Bauaufsicht genehmigt. Das hatte auch damit zu tun, dass der Gestaltbeirat der Stadt das Vorhaben wohlwollend zur Kenntnis genommen hatte.

Das Baurecht wird auch nach Einschätzung der Kritiker eingehalten, aber die Bestimmungen würden bis auf den letzten Millimeter ausgenutzt. „Der Bau ist eine einzige Schande, schädigt Anwohner und Anlieger, zerstört das traditionelle, zum Teil denkmalgeschützte Wohnensemble und steht im krassen Gegensatz zu den Maßnahmen der Stadt an der Gothestraße“, kritisiert Funke. An der Goethestraße um die Ecke entsteht nach historischem Vorbild gerade der neue, vielgelobte Goethe-Boulevard.

Bei der Baugenehmigung könne es nicht mit rechten Dingen zugegangen sein, munkeln Anwohner. Das wird im Rathaus zurückgewiesen. Der Bau entspreche den Anforderungen und füge sich gut in das Gründerzeit-Quartier ein.

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