Großprojekt an der Dörnbergstraße

Baustart auf Wäscherei-Gelände: 26 neue Wohnungen für Vorderen Westen

Fionn Mögel (von links), Frank Zander und Wasfy Taha vom Hamburger Büro Querkopf-Architekten  sind vor dem historischen Hauptgebäude auf dem ehemaligen Wäscherei-Gelände an der Dörnbergstraße zu sehen.
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„Das ist ein Traum für uns“: Fionn Mögel (von links), Frank Zander und Wasfy Taha vom Hamburger Büro Querkopf-Architekten auf dem ehemaligen Wäscherei-Gelände an der Dörnbergstraße.

An der Dörnbergstraße im Vorderen Westen ist der Startschuss für ein besonderes Bauprojekt. Dort entstehen in 120 Jahre alten Gebäuden und einem Neubau insgesamt 26 Wohnungen.

Kassel – Zwischen historischem Backsteingemäuer, üppig behangenen Birnbäumen und alten Rosensträuchern sind die Baumaschinen angerückt: Auf dem ehemaligen Gelände der Wäscherei Welscher an der Dörnbergstraße im Vorderen Westen haben die Arbeiten für den Bau von 26 Mietwohnungen begonnen.

Das Hamburger Büro Querkopf Architekten plant dort einen Neubau und damit den Lückenschluss entlang der Dörnbergstraße. Die Besonderheit des Projekts ist jedoch die Umgestaltung und Sanierung der beiden rund 120 Jahre alten Gebäude in dem lauschigen Innenhof. Bis vor zehn Jahren befand sich dort die Wäscherei Welscher, die seit 1935 im Vorderen Westen ansässig war und nun ihren Sitz im Industriegebiet Waldau hat.

Lofts im Altbau: Das historische Wäschereigebäude erhält ein zusätzliches Dachgeschoss.

Die Garagen im vorderen Teil des mehr als 3000 Quadratmeter großen Geländes sind in den vergangenen Tagen abgerissen worden, ebenso die Anbauten neueren Datums an die historischen Gebäude. „Abbruch ist eigentlich das falsche Wort“, sagt Architekt Fionn Mögel, der aus Kassel stammt, „ich würde es Aufräumen nennen.“

So sind die beiden unter Denkmalschutz stehenden Gebäude auch im Innern freigelegt worden, sodass das alte Mauerwerk, die Holzbalken des Dachstuhls und in der Wäscherei die über viele Jahre verkleideten Stahlträger wieder zum Vorschein kommen. Diesen Industriecharme zu erhalten, ist eine Spezialität der nordhessisch-hanseatischen Querkopf-Architekten. Das Projekt in dem historischen Wäscherei-Quartier mit Märchenflair ist „ein Traum für uns“, sagt Wasfy Taha, der das Büro zusammen mit Mögel leitet. Und so sprechen sie auch von „Traumlofts“, die in der Industriebrache entstehen sollen.

Relikte: Eine alte Preistafel der Wäscherei.

In den beiden Altbauten entstehen insgesamt 11 Wohnungen, weitere 15 werden im Neubau geschaffen. Sie sollen in Eigenregie vermietet werden, zu den Preisen machten die Bauherren noch keine Angaben. Die Vorgabe von 20 Prozent Sozialwohnungen werden erfüllt. Die Wohnungsgrößen reichen von 28 bis 230 Quadratmetern. Den Altbau mit seinen weitläufigen Grundrissen wolle man bewusst nicht zerstückeln, um den Charakter zu erhalten, sagt Mögel.

Auch eine große begrünte Dachterrasse ist geplant. Der Innenhof werde an vielen Stellen entsiegelt, um zusätzliche Grünflächen zu schaffen. 16 Stellplätze werden in einer Tiefgarage geschaffen. Im Erdgeschoss des Altbaus ist eine Gastronomiefläche geplant. Damit wolle man den besonderen Standort auch „erlebbar machen“, so Mögel. Man suche noch nach einem Betreiber mit passendem Konzept. Bis man auf dem Wäschereigelände Kaffee trinken gehen oder eine Wohnung beziehen kann, wird es aber noch dauern. Die Planer rechnen mit einer Bauzeit von zwei bis drei Jahren. (Von Katja Rudolph)

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