Lokal war lange geschlossen

Café am Bebelplatz in Kassel: Neue Betreiberin steht in den Startlöchern

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Vor der Neueröffnung wird entrümpelt und renoviert: Gabriele Kirchhof ist ab Oktober die neue Pächterin im Café am Bebelplatz. Doch bis zur Wiedereröffnung dauert es noch eine Weile.

Das Café am Bebelplatz in Kassel ist seit gut einem halben Jahr geschlossen. Eine neue Betreiberin will das Lokal renovieren und noch in diesem Jahr wiedereröffnen.

Nach Angaben der künftigen Chefin Gabriele Kirchhof soll das Lokal „ein klassisches Café bleiben, aber ein wenig edler als bisher“. Der populäre Name bleibe selbstverständlich auch.

Die 48-Jährige, eine gastronomische Quereinsteigerin, arbeitet bislang freiberuflich als Grafikdesignerin und wohnt seit zwölf Jahren auch privat in dem Gebäude. Die Nachbarschaft im Quartier kennt sie bestens. Da sie in ihrem Haus auch Hausmeisterdienste verrichtet, war sie dicht dran an der Informationskette, als das Café wegen finanzieller Probleme des langjährigen Betreibers Frank Sikora schließlich auf unbestimmte Zeit dicht machen musste.

Damit begann eine monatelange Hängepartie – für die Cafégäste im Vorderen Westen, für Sikora, der immer wieder einen Neustart ankündigte und auch für den privaten Hauseigentümer aus dem Landkreis Kassel, der ab einem gewissen Punkt offenbar bezweifelte, dass dies gelang.

Viel Planung und Ideen fürs Café am Bebelplatz

„Irgendwann hat er mich gefragt, ob ich das Café nicht übernehmen wolle; er traue mir das zu“, erzählt Gabriele Kirchhof. Damit hat für sie Knall auf Fall ein großes Abenteuer begonnen: Nach kurzer Bedenkzeit sei ihr klar geworden, dass das Angebot zu einem genau passenden Zeitpunkt in ihrem Lebenslauf kam. Zur häufig einsamen Arbeit an Grafikprojekten habe sich ihr die Führung eines Kultur-Cafés als verlockender Gegenpol dargestellt.

Wenn die 48-Jährige erzählt, wie sie dieses Vorhaben angehen will, schwingt keinerlei Blauäugigkeit oder Romantik vom eigenen Café-Traum mit. Vielmehr sind planvolles Engagement, Ideenreichtum und eine gesund-nüchterne Selbsteinschätzung herauszuhören. Schon frühzeitig hat sie sich etwa um eine gastronomische Konzession und um Kontakt zu Genehmigungsbehörden gekümmert – als noch längst nicht klar war, ob das Café überhaupt zu pachten sein wird.

Erst Entrümpelung, dann neue Einrichtung

Diese Voraussetzung hat schließlich der Vermieter geschaffen und den Vertrag gekündigt, nachdem es mit Sikora keine Perspektive für eine amtliche Wiedereröffnungs-Erlaubnis gab. Im Moment laufen im Café Entrümpelungsarbeiten der in die Jahre gekommenen Einrichtung.

Manches davon, etwa die Bugholzstühle und die eisernen Tischsockel, solle auch im neuen Lokal verwendet werden, sagt Gabriele Kirchhof. Die Haus- und Gastro-technik müsse hingegen weitgehend erneuert werden. Neue Bodenfliesen im klassischen Schwarz-Weiß hat sie bereits ausgesucht.

Bei den Planungen hilft der künftigen Betreiberin neben ihrem Design-Sachverstand auch ein Netzwerk von Freunden, die das Vorhaben mit Expertise unterstützen. Architekten seien darunter, Coaches und auch Leute mit Gastronomie-Erfahrung. Für das künftige Café-Team seien schon drei Kräfte rekrutiert.

Und was haben die Gäste zu erwarten? Frühstück, mittags kleine Speisen, selbstgebackenen Kuchen und nach einer Anlaufzeit auch wieder Abendveranstaltungen, zählt Gabriele Kirchhof auf. Rund um die Woche soll von 9 bis 19 Uhr geöffnet sein.

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