Reservierung mindestens vier Tage im Voraus nötig

Cafés im Vorderen Westen: Kein Frühstück ohne Reservierung

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Blick auf den Bebelplatz: Wer im Stadtteil Vorderer Westen am Wochenende in einem der Cafés frühstücken möchte, sollte vorher besser einen Tisch reservieren.

Der Vordere Westen ist einer der attraktivsten Kasseler Stadtteile. Allerdings gibt es so wenig Cafés, dass man nicht mehr ohne Reservierung frühstücken kann.

Am Wochenende mit Freunden gemeinsam frühstücken gehen – diese Art der geselligen Freizeitgestaltung ist vor allem in Kassels westlichen Stadtteilen so beliebt, dass ohne Reservierung kaum noch ein Platz in Cafés und anderen Frühstückslokalen zu bekommen ist. Wer einfach so aufs Geratewohl vorbeikommt, kann fast nirgendwo mehr mit freien Plätzen rechnen.

„Für ein Frühstück am Sonntag sollte man mindestens vier Tage vorher bei uns reservieren, Gruppen besser eine Woche”, sagt Jürgen Rehermann, Betreiber des Café Lange an der Friedrich-Ebert-Straße. Ähnliches bestätigt das Bistro Hahn an der Pestalozzistraße: Lieber vorher anrufen statt spontan vorbeikommen, rät man dort.

Auch für den zwanglosen Cafébesuch hat sich eine Reservierungskultur breitgemacht, die Planung erfordert. Silke Wengler arbeitet seit elfeinhalb Jahren im Café Westend und erklärt: „Am Wochenende kommt unser Publikum von überall her. Und wenn man beispielsweise aus Vellmar den Weg auf sich nimmt, möchte man sichergehen, auch einen Tisch zu bekommen”.

Frühstücken als Event

Vor allem der Vordere Westen lockt Frühstücksrunden mit urbanem Flair und atmosphärischen Cafés. Schon seit Jahren hat sich dort das Frühstücken-Gehen zum Event gemausert: Etageren, Sektgläser und Unmengen kleiner Näpfe mit exotischen Obstsorten gehören dazu. „Die Institution Frühstück hat die Café-Kultur am Wochenende stark verändert“, sagt Silke Wengler: „Die Kundschaft bestellt viel und bleibt lang.“

Und die Besuchermasse ebbt den ganzen Tag nicht ab. „Manchmal denkst du nachmittags, wir wären Kassels einziges Café” sagt Wengler über die Kaffee-und-Kuchen-Situation am Wochenende. Gemessen daran, dass der Vordere Westen der am dichtesten besiedelte Stadtteil Kassels und dazu viel besucht ist, sind Cafés rar gesät.

Einen Verlust wie das Rokkeberg am Goethestern, das vor vier Monaten schloss, spürt man da als Cafébetreiber wie als Anwohner. In den Räumlichkeiten des Rokkeberg soll im Frühjahr ein neues Lokal eröffnen und tagsüber als Café dienen. Anders erging es den Räumlichkeiten des früheren Café Cult am Bebelplatz, diese stehen seit 14 Jahren leer. Der Kaufunger Eigentümer will sich über Pläne für diese Räume nicht äußern.

„Es würde den Bebelplatz weiter beleben und aufwerten, sollte dort ein neues Café eröffnen”, sagt Ortsvorsteher Steffen Müller. Viele Anwohner und Bummler im Vorderen Westen dürften das ähnlich sehen: „Ich wünsche mir eine größere Auswahl von unterschiedlichen Cafés“ erzählt etwa Ulrike Petschelt, seit fast 20 Jahren Stammkundin im Café Westend. 

Von Leonie Wessel

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