Weil von ihnen laut Stadt Gefahr ausging

Die Nullbuchenstraße: Bäume an Elfbuchenstraße in Kassel gefällt

Baumfällarbeiten an der Elfbuchenstraße
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An der Elfbuchenstraße mussten jetzt mehrere Bäume gefällt werden. Sie werden ersetzt.

An der Elfbuchenstraße in Kassel wurden mehrere Bäume gefällt. Ein Anwohner spricht vom Wohnen an der Nullbuchenstraße. Laut Stadt waren die Arbeiten dringend nötig.

Kassel – Mit jedem Baum, der während der Fällarbeiten an der Elfbuchenstraße verschwindet, verändert sich das Erscheinungsbild der Allee im Vorderen Westen ein Stückchen mehr. Angefangen im oberen Bereich werden die Bäume Schritt für Schritt gekappt, bis nur noch der Stumpf übrig ist. 13 Bäume wurden dort jetzt auf diese Weise abgesägt – weil von ihnen laut Stadt Kassel Gefahr ausgeht.

Bei den Anwohnern sorgte das für Aufsehen. Nicht nur die Redaktion erreichten Anrufe, auch bei Facebook wurden die Arbeiten ausführlich diskutiert. „Wenn die so weiter machen, wohne ich gleich in der Nullbuchenstraße“, kommentierte ein Anwohner den Blick aus seinem Fenster mit viel Wortwitz.

Dabei handelt es sich bei den gefällten Bäumen nicht um Buchen – wie es der Name der Straße vermuten lassen könnte. An der Elfbuchenstraße standen laut Stadt bisher 45 Bäume, darunter fünf Platanen und 40 Robinien. Diese bilden zusammen eine Allee, die nach Naturschutzrecht besonders geschützt ist. Trotzdem mussten 13 der Robinien nun gefällt werden. Ein Gutachten hatte sie als nicht mehr standsicher eingestuft. „Um den Charakter der Allee langfristig aufrecht zu erhalten, werden die entstehenden Lücken selbstverständlich mit neuen Bäumen besetzt“, beruhigt Stadtsprecher Michael Schwab all diejenigen, die nun befürchten, dass es künftig kein Grün mehr an der Straße geben wird.

Dass die Robinien an der Elfbuchenstraße gefällt werden müssen, wurde bei routinemäßigen Kontrollen entdeckt. Solche Kontrollen gibt es regelmäßig für alle Bäume im Stadtgebiet. „Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Baumgesundheit und die Stand- sowie Bruchsicherheit der einzelnen Bäume gelegt“, so Schwab. Könne die so genannte Verkehrssicherheit nicht eindeutig geklärt werden, folge eine Untersuchungen mit Geräten, die beispielsweise von außen nicht sichtbare Höhlungen im Stamm erkennen können. In besonderen Fällen wird zur Begutachtung der Stand- und Bruchsicherheit der Bäume zudem ein externer Gutachter beauftragt – so wie im Fall der Elfbuchenstraße. Dort war das Gutachten nach Holzmessungen zu dem Ergebnis gekommen, dass die Bäume nicht standsicher sind. „Die Messungen weisen starke Schädigungen des Holzes auf“, erklärt Schwab. Hinter der Rinde des Stammes sei kaum gesundes Holz vorhanden. Und dort, wo das Holz noch teilweise intakt sei, sei es zu dünn, um für ausreichend Stabilität zu sorgen.

Die Folgen sind für Passanten und Autofahrer gefährlich: Da die Bäume jederzeit umfallen oder brechen können, geht von ihnen eine akute Gefahr aus. „Deshalb war ihre Fällung leider unausweichlich.“

So sieht es auch eine weitere Nutzerin bei Facebook, die den Post zum Wohnen in der Nullbuchenstraße mit Blick auf die Hintergründe mit folgenden Worten kommentiert: „Schade, aber wohl besser als wohnen in der Von-Elf-Buchen-erschlagen-Straße.“ (Marie Klement)

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