Besitzer sagte zu gebissenem Mann, er solle die Klappe halten

Dobermann-Angriff in Kassel - Opfer: „Der Hund ist sicher nicht böse"

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Attacke im Vorderen Westen: So sieht ein Dobermann aus.

Hundeangriff in Kassel: Ein Mann alarmierte am Montagnachmittag die Polizei, nachdem er und sein Hund am Luisenplatz im Vorderen Westen von einen Dobermann gebissen worden waren.

Aktualisiert um 17.45 Uhr. Der 56-jähriger Dirk Lieschke aus Kassel verständigte am Montag die Polizei, nachdem er und sein Hund am Luisenplatz von einem Dobermann gebissen worden waren. Der unbekannte Besitzer des nicht angeleinten Dobermanns flüchtete, obwohl der angegriffene Lieschke an Hand und Bein verletzt worden war, teilt Polizeisprecher Torsten Werner mit. Nun bittet die Polizei um Zeugenhinweise zur Identität des Dobermann-Besitzers.

Gegen kurz vor 17 Uhr sei er mit seinem Königspudel am Luisenplatz spazieren gegangen, erzählt Lieschke. Mehrere Menschen hätten sich dort mit ihren Hunden aufgehalten. So wie immer. Auf der Wiese habe ein Mann gesessen, der einen Dobermann dabei hatte. Dieser sei nicht angeleint gewesen, berichtet der 56-Jährige. Plötzlich sei der Dobermann auf ihn und seinen angeleinten Königspudel zugelaufen. Der habe mehrfach geknurrt, um dem Dobermann zu signalisieren, dass er in Ruhe gelassen werden will. 

Hat nicht nach einem Spiel ausgesehen

Darauf habe der Dobermann aber gar nicht reagiert, sondern sich in seinen Hund verbissen, berichtet Lieschke. „Ich habe dann versucht, den Dobermann von meinem Hund wegzuziehen.“ Dabei sei er selbst von dem Dobermann in Hand und Bein gebissen worden. Auch ein anderer Zeuge berichtete später, so Polizeisprecher Werner, dass es nicht nach einem Spiel unter Hunden ausgesehen, sondern es sich eher um eine Attacke des Dobermanns gehandelt habe. 

Das Herrchen des Dobermanns habe schließlich seinem Hund ein Knie auf die Kehle gedrückt, um ihn in den Griff zu bekommen, sagt Lieschke. Das sei eine völlig falsche Handlungsweise, die den Hund noch aggressiver mache. Er wolle nichts Schlechtes über den Dobermann sagen, so der 56-Jährige. „Der Hund ist sicher nicht böse, aber das Herrchen überschätzt sich wohl selbst.“ 

Als er den unbekannten Mann auf den Vorfall angesprochen habe, so Lieschke, habe dieser ihn als „Arschloch“ tituliert und gesagt, er solle die Klappe halten. Anschließend seien der Mann und sein Hund in Richtung Friedrich-Ebert-Straße davongegangen. 

"In Kassel gilt Anleinpflicht"

Lieschke regt sich im Nachhinein besonders darüber auf, dass der Dobermann auf dem Luisenplatz nicht angeleint war. Schließlich befindet sich in direkter Nachbarschaft die Königstorschule. Viele Grundschüler halten sich also in dem Bereich auf. „In Kassel gilt eine Anleinpflicht“, sagt der 56-Jährige. Seinen Königspudel leine er an, auch wenn er mit seinem Hund einen Sachkundenachweis erfolgreich absolviert und der Pudel eine Therapiehundeausbildung habe. 

Der 56-Jährige begab sich, nachdem er die Polizei verständigte, in ärztliche Behandlung in ein Krankenhaus. Dort wurden seine Wunden versorgt, zudem nehme er wegen der Infektionsgefährdung vorsorglich Penicillin ein.

So sah der Hundebesitzer aus

Der Besitzer des Dobermanns ist etwa 30 bis 35 Jahre alt und etwa 1,80 Meter groß. Er habe eine sportliche, schlanke Figur, blonde, kurze Haare und sei eher sportlich gekleidet gewesen. Der Dobermann wird als üblich schwarz mit Teilen in Braun beschrieben.  

Hinweise an die Polizei unter Tel. 0561/9100.

Dobermann-Mischling griff Kinder an

Ein Dobermann-Mischling, der Kinder angegriffen hat, sorgte im vergangenen Sommer für Schlagzeilen: Im August 2018 hat ein Dobermann-Mischling erst Schüler der Grundschule Süsterfeld-Helleböhn angegriffen. Dabei wurde ein Junge schwer verletzt. Tage später attackierte die Hündin auch Kinder der Grundschule in Harleshausen. Nach dem zweiten Angriff hatte das Ordnungsamt der Stadt Kassel das Tier sichergestellt und die städtische „Unterbringungsstelle für vermeintlich gefährliche Hunde“ gebracht. Im November 2018 teilte die Stadt mit, dass das Tier durch einen Wesenstest gefallen ist, den ein Sachverständiger mit ihm gemacht hatte. Der Hund lebt bis heute in der Unterbringungsstelle, sein Ex-Frauchen muss dafür zahlen, so Stadtsprecher Claas Michaelis.

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Hier liegt der Luisenplatz:

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